Geschichte Brustkrebs

Lucie, 48

Heute möchten wir euch Lucie vorstellen. Lucie ist 48, war 10 Jahre lang Psychoonkologin und sowohl Angehörige als auch Krebspatientin. 2019 bekam sie die Diagnose Brustkrebs, heute ist »Alles so, wie es sein soll« sagt sie.

»Mein Name ist Lucie. Ich bin 48 Jahre alt, seit 2018 verwitwet und habe einen 6-jährigen Sohn. Ich arbeite als Psychologin und Psychotherapeutin in meiner eigenen Praxis GESUNDE PSYCHE, davor habe ich 10 Jahre als Psychoonkologin gearbeitet.

Wir haben mit meinem Mann ziemlich lange auf unser Kind gewartet und waren überglücklich als unser Söhnchen auf die Welt kam. Als er ca. sechs Monate alt war, wurde bei meinem Mann Lymphknotenkrebs diagnostiziert. Es folgten für uns beide sehr schwere Zeiten, im April 2018 verstarb mein Mann.

Ich erinnere mich noch, dass ich sehr ausgelaugt und ständig müde war. Ich habe gespürt, dass in meinem Körper etwas nicht stimmt. Im Frühling 2019 habe ich dann die Diagnose Brustkrebs bekommen. Meine Gedanken drehten sich um eine einzige Frage: ›Wenn ich sterbe, hat mein Sohn weder Vater noch Mutter …!‹ Dieser Gedanke war sehr schwer auszuhalten! Ich kümmerte mich darum, dass alle Papiere fertig waren, für den Fall, dass … Und beim Notar hinterlegt wurden und entschied mich für die Behandlung. Ich muss sagen, einige meiner Schritte, habe ich aus purer Angst getroffen! Angst, dass ich meinen Sohn elternlos auf dieser Welt lasse. Ich machte eine Chemo (6x), bekam Herceptin – ein monoklonaler Antikörper – und hatte eine Operation.

Ich lehnte Bestrahlungen sowie Antihormontherapie ab. Warum? Ich habe mich sehr mit dem Thema Lebensstil (im weitesten Sinne) beschäftigt und war und bin der Meinung, dass man mit einem gesunden Lebensstil einiges in Richtung Genesung bewegen kann. Ich selber habe die Erfahrung gemacht habe, welche Kraft ein gesunder Lebensstil hat. Insbesondere habe ich gelernt, wie wichtig es ist, was wir unserem Körper zuführen, wie wir unseren Körper und unsere Psyche schützen und sie unterstützen.

Ich weiß noch, wie dankbar ich meinem Körper war, dass er während der Behandlung so viel mitmacht und ich habe ihm versprochen, dass ich mich für immer um ihn kümmern werde und auf ihn hören werde. Und das tue ich jeden einzelnen Tag.

Meine Schwester stellte mal eine Frage, die ich jetzt nicht mehr reproduzieren kann. ABER ich antwortete: ›ALLES IST SO, WIE ES SEIN SOLL!‹ Ich kann mich noch erinnern, wie sie völlig erstaunt fragte, ob ich es wirklich so meine. Erst dann wurde mir bewusst, was ich eigentlich gesagt habe… Und ja! ALLES IST SO, WIE ES SEIN SOLL! Diese, meine Lebenserfahrung war brutal, aber sie hat mir geholfen, zu mir zu finden. Sie hat mir geholfen, meinen Lebensweg wiederzufinden. Und dafür bin ich dankbar.«

Die Geschichten, die wir bei Pathly teilen, sind individuelle Erzählungen. Jegliche Meinungen, Behandlungsentscheidungen und Wortwahl sind von den Autor:innen gewählt. Es kann vorkommen, dass Geschichten von den deutschen Krebsbehandlungsleitlinien abweichen. Für mehr Informationen über die Leitlinien, schaue gerne bei der Deutschen Krebshilfe vorbei.

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