
Bei der Erstellung der Umfrage hatte ich erwartet, dass ein Großteil der Frauen an dem Thema Fruchtbarkeit interessiert ist, jedoch nur eine Minderheit meint, gut darüber informiert zu sein. Ich war ebenfalls davon ausgegangen, dass die Mehrheit über eine mögliche Unfruchtbarkeit aufgeklärt und anschließend künstlich in die Wechseljahre befördert wurde, jedoch nicht die gleiche Prozentzahl auch nach Beendigung der Therapie ihren Zyklus wiederbekam. Von den Ergebnissen bin ich teilweise überrascht, einige Prognosen haben sich jedoch auch als zutreffend herausgestellt.
Zunächst haben 80 Prozent der Befragten angegeben, vor der Diagnose einen regelmäßigen Zyklus gehabt zu haben. Es gaben außerdem 77 Prozent an, über eine mögliche Unfruchtbarkeit aufgeklärt worden zu sein (7 Prozent konnten sich nicht mehr erinnern).

72 Prozent der Frauen wurden während der Therapie künstlich in die Wechseljahre befördert – hier hatte ich einen größeren Anteil erwartet – und bei 22 Prozent der Frauen wurden Teile ihrer Geschlechtsorgane entfernt.

Bei gut jeder vierten Person wurde nach Therapieende eine Unfruchtbarkeit diagnostiziert (28 Prozent), während die Periode bei der Hälfte wiedergekehrt ist (51 Prozent). Hierbei ist nicht bekannt, wie lange die Therapie bei den übrigen Frauen her ist, bei denen die Periode bisher nicht (wieder) eingesetzt hat.

Bei 30 Prozent der Befragten ist das Ausbleiben der Periode auf Medikamente zurückzuführen.


Die Frage, wie lange das Wiedereinsetzen der Menstruation gedauert hat, haben leider nur 33 Frauen beantwortet. 64 Prozent davon gaben eine Zeitspanne von bis zu sechs Monaten an, bei 12 Prozent lag sie zwischen sechs Monaten und einem Jahr, bei 6 Prozent dauerte es anderthalb Jahre, und 18 Prozent der Befragten hatten ihre Tage trotz Therapie durchgehend. 21 Personen gaben zudem eine Veränderung ihres Zyklus an. Die drei am häufigsten genannten Faktoren waren Schmerzen (33 Prozent), eine stärkere Blutung (33 Prozent) und ein unregelmäßiger Zyklus (28 Prozent).
Von 82 Frauen sind bisher nur 4 schwanger geworden – eine davon mithilfe einer künstlichen Befruchtung. Der Großteil hat jedoch auch angegeben, zurzeit nicht schwanger werden zu wollen (57 Prozent). Auf die Frage, wie wichtig ihnen das Thema Fruchtbarkeit sei, haben 58 Prozent mit ›wichtig‹ oder ›sehr wichtig‹ geantwortet. Allerdings sind nur 47 Prozent der Meinung, ›gut‹ oder ›sehr gut‹ über das Thema informiert zu sein. Hier hätte ich eine größere Diskrepanz als bloß 11 Prozent erwartet. Allerdings muss auch berücksichtigt werden, dass diese Fragestellung sehr subjektiv ist und die Vorstellungen von einer ›guten Aufklärung‹ variieren können. Auf die letzte Frage bezüglich der Quellen haben lediglich 9 Personen geantwortet. Laut der Angaben werden primär Ärzt:innen und das Internet genutzt, um an Informationen zu gelangen. Aber auch die sozialen Medien, Selbsthilfegruppen und andere Betroffene wurden genannt.
Ein paar von euch haben mir per Direktnachricht ihre Erfahrungen geschildert. Eine Person berichtete, dass der mögliche Verlust der Periode sie mental sehr beschäftigte. Sie habe sogar hinterfragt, inwiefern sie ohne Periode noch eine ›richtige Frau‹ sei. Sie ließ sicherheitshalber Eizellen einfrieren, bekam ihre Tage jedoch gut drei Monate nach der Therapie zurück, worüber sie sich wahnsinnig gefreut hat.
Andere schreiben, sie hätten sich mehr Aufklärung gewünscht. Das gilt bezogen auf Möglichkeiten der Fruchtbarkeitserhaltung, aber auch bezüglich potenzieller Auswirkungen auf eine spätere Schwangerschaft. Eine Person schrieb davon, dass sie vier Monate nach Ende der Therapie ungewollt schwanger wurde. Die Ärzte konnten ihr nicht sagen, ob das Baby durch die Nachwirkungen der Therapie Folgeschäden haben würde. Sie entschied sich für eine Abtreibung, da sie sich auch körperlich und psychisch nicht bereit fühlte. Gleichzeitig möchte sie anderen Betroffenen dadurch Mut machen, dass man auch nach der Therapie noch auf natürlichem Weg Kinder bekommen kann.
Einer anderen Person, die man nicht in die Wechseljahre befördert hat, wurde versichert, dass ihr Zyklus während der Therapie ausbleiben und sie höchstwahrscheinlich unfruchtbar werden würde. Als ihre Periode jedoch weiterhin einsetzte, wurde ihr von ihren Ärzt:innen bloß gesagt, dass dies nicht möglich sei. Auf das Thema sei danach nicht mehr eingegangen worden. Auch ein weiteres Gespräch mit möglichen Empfehlungen oder Beratungen blieb aus. Zu einer Unfruchtbarkeit ist es nach Beendigung der Therapie – entgegen der Prognose – ebenfalls nicht gekommen. Rückblickend hätte sich die Person gewünscht, dass die Ärzt:innen dieses Thema mehr berücksichtigt hätten.
Die vergangen Wochen haben mir noch einmal die Komplexität des Themas vor Augen geführt und gezeigt, wie unterschiedlich die Erfahrungen innerhalb unserer Community ausfallen. Ich finde, dass der Erhalt der Fruchtbarkeit genauso wie die möglichen Auswirkungen auf eine spätere Schwangerschaft Themengebiete sind, denen in Zukunft mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte. Besonders wünschenswert wäre in diesem Zusammenhang auch eine verbesserte Studienlage sowie umfassende Aufklärungs- und Beratungsgespräche zwischen Ärzt:innen und uns Patient:innen.

Wenn wir aufwachsen, lernen wir Ordnung zu schaffen, selbständig zu werden und für die Zukunft zu planen. Wir haben Träume und Wünsche, auf die wir Schritt für Schritt hinarbeiten und Ideale, die wir anstreben. Doch umso älter wir werden, desto bewusster wird uns, dass wir den Weg, den wir beschreiten, nicht immer kontrollieren können.
Bei der Krebsdiagnose ist gerade dieser Kontrollverlust der Grund, warum viele ein Gefühl von Chaos erleben. Oft wirft das viele offene Fragen auf: »Warum ich, warum jetzt, warum hier?«. Doch was können wir machen, um in diesem Chaos nicht zu versinken? Können wir Chaos auch mit Freude oder Humor begegnen?
Es gibt wahrscheinlich kein Richtig oder Falsch auf diese Frage und jeder muss seinen eigenen Weg finden, um damit umzugehen. Es ist aber wichtig, zu hinterfragen, ob die eigene Reaktion einem wirklich guttut oder noch schlechter fühlen lässt in einer ohnehin schon schwierigen Situation. Wut, Trauer und Stress sind nämlich Emotionen, die sich nicht nur negativ auf unsere Psyche, sondern auch auf unsere körperliche Verfassung auswirken können. Sie machen uns quasi krank. Andersherum kann es auch sein, dass wenn man schon krank ist, sich dies in den Emotionen widerspiegelt. Der Darm z. B. hat einen großen Einfluss auf unser eigenes Wohlbefinden. Demnach ist es nicht wichtig, die eigenen Emotionen zu unterdrücken, sondern genau hinzuschauen und sich bewusst darüber zu werden, woher sie kommen.

⚖️ 1x pro Woche wiegen, da bereits ein Gewichtsverlust von 5% in drei Monaten (egal welcher BMI) zu Komplikationen wie einem geschwächten Immunsystem, Abbau der Muskelmasse oder längerem Krankenhausaufenthalt führen kann.
👟 In Bewegung bleiben, da so wertvolle Muskelmasse erhalten bleiben kann. Wenn du unsicher bist, inwiefern du dich während deiner Therapie bewegen darfst, sprich am besten mit deinem behandelnden Team.
🍽 Ausreichend essen, da dein Körper viele Nährstoffe benötigt, wie zum Beispiel Eiweiß, für dein Immunsystem, um Wunden zu schließen oder Muskelmasse zu erhalten.
💬 Hilfe und Rat einholen, um Beschwerden zu lindern, Sicherheit zu bekommen & Unklarheiten zu klären. Die meisten Krankenkassen bezuschussen oder übernehmen zertifizierte Ernährungsberatungen, durch die du optimal unterstützt wirst.

Ein paar Beispiele aus der Realität vieler Betroffener:
❗️All das passiert Menschen, die offiziell als geheilt gelten.
Eine überstandene Krebserkrankung darf nach einer bestimmten Zeit ohne Rückfall nicht mehr gegen Betroffene verwendet werden – etwa bei Versicherungen, Krediten, Verbeamtung oder Adoption.
In vielen europäischen Ländern ist das längst Realität. In Deutschland jedoch bislang nicht ausreichend geregelt. Dabei zeigt die Medizin ganz klar: Nach einigen Jahren gleicht das Rückfallrisiko dem der Allgemeinbevölkerung.
Krebserkrankungen dürfen nach fünf Jahren ohne Rückfall nicht mehr abgefragt oder gegen Betroffene verwendet werden.
Gleichberechtigung bei Versicherungen, Krediten, Verbeamtung und Adoption – keine Nachteile bei Genesung.
Umsetzung der EU-Richtlinie 2023/2225: Deutschland muss den europäischen Standard ambitioniert umsetzen und erweitern.
»Mein Enkelkind ist selbst betroffen. Diese Kinder verlieren in dieser sehr schweren Zeit ein Teil ihrer unbeschwerten Kindheit und werden später im Alter immer wieder daran erinnert und auch noch dafür bestraft.«
»Wir erleben oft, dass Patient:innen wegen überstandener oder auch angeborener Erkrankung benachteiligt sind im Versicherungssystem. Sie tragen keine Schuld daran und sollten gleichberechtigt sein mit Menschen, die es nicht so hart getroffen hat.«
»Ich selbst war mit 20 Jahren an Lymphdrüsenkrebs / Non-Hodgkin Lymphom erkrankt. Selbst 25 Jahre später und genesen werden mir Steine für meine Zukunft gelegt. Keine Versicherung nimmt mich, somit kann ich mich nicht für das Alter absichern – ich muss auf die Unterstützung meines Mannes hoffen. […]«

Wir sind Rebecca und Tobias, Eltern einer Tochter, die als Kleinkind an Krebs erkrankte und Initiatoren der Petition »Recht auf Vergessenwerden«.
Unsere Motivation ist einfach: Nach einer Heilung sollte das Leben neu beginnen und nicht die nächste Hürde. Wir möchten unserer Tochter eines Tages sagen können, dass ihre Geschichte dazu beigetragen hat, etwas zu verändern: Für sie und für viele andere. Mit unserer Petition setzen wir uns dafür ein, dass Heilung nicht nur medizinisch zählt, sondern auch gesellschaftlich.

In der Zwischenzeit kannst du ein Gedankenspiel ausprobieren: Das »Was wäre, wenn …?«-Spiel. Stelle dir einmal vor, du wärst Super(wo)man oder Superman und nichts steht dir im Wege? Worauf hättest du dann Lust? Was würdest du machen oder unternehmen wollen? Fahrrad fahren, Trampolin springen oder Tischtennis spielen?
Wenn du magst, schreibe dir all die Dinge auf, die dir jetzt in den Sinn kommen. Erstelle dir deine persönliche To-do-Liste oder ein Vision-Board für die Zeit, in der es dir wieder besser geht, du wieder etwas zu Kräften kommst oder dich mental bereit fühlst. Nimm dir ein Blatt Papier, bunte Stifte, vielleicht hast du auch Sticker, Magazin schnipsel oder Washi-Tape zur Hand und kannst deine Liste oder Bild verzieren und verschönern. Eine stinknormale Aufzählung auf deinem Smartphone tut es auch, solange es für dich ein motivierendes Zukunftsbild ausdrückt. Die Liste soll die Zeit überbrücken und Hoffnung schenken, bis du wieder die Kraft findest neue oder auch alte Beschäftigungen anzugehen. Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, hab Spaß damit und genieße die Vorfreude.

Bei einem Schicksalsschlag wie einer Krebserkrankung ist Angst quasi vorprogrammiert. Welche Ängste aber dabei aufkommen, hängt von jedem Menschen individuell ab: Die Angst vor Schmerzen, Spritzen, Medikamenten oder Nebenwirkungen, bis hin zur Angst vor Ungewissheit, einem Rückfall oder dem Tod. Doch was, wenn die Angst nicht greifbar ist, oder sich noch nicht mal als Angst bemerkbar macht?
Wenn man eine traumatische oder belastende Situation erlebt, die viele komplexe Ängste vereint, kann es sein, dass sich die Angst nicht emotional oder gedanklich äußert, sondern durch bestimmte Symptome nach außen tritt. Ein rasendes Herz, ein Engegefühl in der Brust, oder Schweißausbrüche sind dabei oft nur der Anfang. Es kann sogar zu Erstickungs- oder Taubheitsgefühlen kommen. Auch psychisch kann sich die Angst zeigen. Mögliche Symptome sind Schwindelgefühle, das Gefühl verrückt zu werden, oder Derealisation und Depersonalisation – Fremdheitsgefühle sich selbst oder der Umgebung gegenüber.
Die Angst ist in der Lage, verschiedenste sowohl körperliche als auch psychische Symptome zu verursachen. Und wenn diese nicht als Angstsymptome erkannt werden, kann es schnell passieren, dass man sie falsch behandelt. Ist hingegen erstmal erkannt, dass hinter dem körperlichen und psychischen Leid eine Panik- oder Angstreaktion steckt, gibt es gute und wirksame Methoden, um diese zu lindern.
Angst kann nicht nur eine lähmende, sondern auch eine mobilisierende Emotion sein. So sind Menschen, die sich vor einer drohenden Gefahr ängstigen, manchmal zu Leistungen fähig, die ihnen unter normalen Umständen nicht möglich gewesen wären. Das liegt unter anderem an dem Kampf-Flucht-Modus, eine Alarm-Reaktion des Körpers in Gefahrensituationen. Dieser Modus verursacht einerseits die körperlichen Symptome, kann einen aber auch zu außergewöhnlichen Fähigkeiten bringen.
Das kann man sich in der Angstbekämpfung zum Vorteil machen und Symptome in Taten umwandeln. Bei körperlicher Bewegung, wie zum Beispiel Yoga, Fahrradfahren oder zügigem Gehen lässt sich Stress abbauen und somit auch die Angstsymptomatik verringern. 💪🏽
Doch selbst wenn man nicht in der Lage ist, sich körperlich zu aktivieren, ist es wichtig zu wissen, dass Angstzustände eine Extremsituation sind, die der Körper nicht allzu lange schafft aufrechtzuerhalten. Du kannst dir also sagen: Auch die Angst geht vorbei!


»Krankheit ist die Nachtseite des Lebens, eine eher lästige Staatsbürgerschaft. Jeder, der geboren wird, besitzt zwei Staatsbürgerschaften, eine im Reich der Gesunden und eine im Reich der Kranken. Und wenn wir alle es vorziehen, nur den guten Ruf zu benutzen, ist früher oder später doch jeder von uns gezwungen, wenigsten für eine Weile, sich als Bürger jenes anderen Ortes auszuweisen.«
Dieses Zitat stammt von der 2004 verstorbenen amerikanischen Publizistin Susan Sontag aus ihrem Essay »Krankheit als Metapher«.
Was sie hier beschreibt, ist ganz schön fordernd und anspruchsvoll. Solange wir gesund sind, denken wir über solche Sätze kaum nach. Wir leben im hellen Teil des Lebens, im Selbstverständlichen. Unser Körper trägt uns dabei durch den Alltag. Wie dankbar wir ihm dafür sein sollten, das vergessen wir leicht. Wir planen Wochen, Monate und manchmal sogar Jahre voraus. Der nächste Morgen scheint immer selbstverständlich. Bis plötzlich nichts mehr selbstverständlich ist.
Eine Krebsdiagnose fühlt sich an wie ein leiser Riss, der durch das eigene Leben geht. Und doch ist er gewaltig. Eben noch standen wir fest im Leben und dem damit einhergehenden Alltag mit all seinen Hochs und Tiefs. Aber doch immer im Vertrauten. Dann, ganz plötzlich, im nächsten Moment befinden wir uns auf fremdem Boden. Sogar die Sprache verändert sich. Es geht nun um Befunde, Werte, Therapien, Nebenwirkungen. Worte, die nüchtern klingen, aber mitten ins Herz treffen und dort Ängste und Sorgen wecken. Worte, die einfach klingen, aber das Leben auf brutale Art umkrempeln und dabei nichts mehr vom bislang Gewohnten übrig lassen.
Der eigene Körper, der bislang immer einfach »da« war, wird zum Mittelpunkt aller Gedanken und Nöte. Wir horchen in uns hinein, lernen, wie zerbrechlich Sicherheit ist und spüren etwas, das schwer in Worte zu fassen ist: eine tiefe Verunsicherung darüber, wer wir eigentlich sind, wenn der Stempel »gesund« im Lebenspass nicht mehr gilt.
Im Reich der Krankheit vergeht die Zeit anders. Tage können endlos sein, gleichzeitig rasen die Wochen vorbei. Die Zeit vergeht zäh und die einzige Konstante im Leben besteht aus sehr viel Warten. Auf Ergebnisse, auf Anrufe, darauf, dass Nebenwirkungen vergehen, auf bessere Tage, auf Hoffnung. Während in der Welt der Gesunden alles normal weiterläuft, mit Gesprächen über Urlaube, Projekte und Alltägliches. Das ist das Paradoxe an diesen beiden Reichen: Sie können einander sehen und doch leben Gesunde und Kranke in ihren eigenen Welten. Jeder ist da, aber nicht mehr ganz Teil derselben Wirklichkeit.
Und doch geschieht auf der Nachtseite auch Gutes. Denn da ist eine neue, ganz ungeahnte Intensität. Die Gefühle werden klarer, Nähe wird kostbarer. Ein guter Tag leuchtet manchmal heller als zuvor. Kleine Gesten tragen plötzlich großes Gewicht. Und da ist dieses Gefühl, das sich ganz langsam anschleicht und zeigt, dass Stärke eigentlich ganz leise ist. Denn sie liegt im Aushalten, im Weitermachen und im Hoffen.
Wenn die Therapie endet, erwarten wir, dass wir einfach zurückkehren können. Ins alte Leben. Zurück in die Welt der Gesunden. Äußerlich klappt das auch ganz gut. Denn vieles sieht äußerlich recht schnell wieder so aus wie früher. Aber innerlich hat sich etwas verschoben. Und das ganz gewaltig.
Die Rückkehr in das normale Leben nach den Akuttherapien ist kein Schritt über eine klare Grenze. Sie ist eher ein langsames Tasten, bei gleichzeitig maximaler Beschleunigung. Kopf und Körper sind sich dabei leider selten einig. Während der Kopf so schnell wie möglich wieder in die Normalität kommen möchte – vielleicht sogar in ein Leben, das wir vorher sehr geschätzt haben – ist nicht selten der Körper es, der den dicken Stinkefinger zeigt und klarmacht, dass er noch nicht so weit ist. Und genau das macht eine Rückkehr ins andere Reich so schwierig. Wir wünschen so sehr, alles endlich zurücklassen zu können und alle Erinnerungen, Schmerzen und Ängste auf der Nachtseite zu lassen. Wenn uns das gelänge, wie schön könnte das neue Leben nach all den harten Zeiten sein?
Doch leider ist es nicht so einfach. Alle Erfahrungen und Erinnerungen sind weiterhin da. Wir tragen sie in uns. Wie eine feine Narbe, die nicht immer sichtbar ist, aber immer spürbar bleibt. Angst kommt nicht selten unerwartet zurück. Manchmal leise, manchmal mit aller Macht, aber immer auch irgendwie beharrlich. Ein Kontrolltermin kann sich anfühlen wie die erneute Einreise in das Reich, das wir doch gerne hinter uns lassen wollten.
Gleichzeitig wächst etwas anderes: eine neue Achtsamkeit. Eine Dankbarkeit, die nicht laut ist, sondern still. Sie basiert auf dem Wissen, dass Gesundheit kein Besitz ist. Dass jeder Tag ein Geschenk ist – nicht im kitschigen Sinn, sondern im tief empfundenen.
Vielleicht ist das die eigentliche Bedeutung von Sontags doppelter Staatsbürgerschaft: Wir gehören immer beiden Welten an. Manche von uns lernen das früher als andere. Wir können nicht so tun, als gäbe es nur das Licht. Aber wir müssen auch nicht in der Dunkelheit bleiben.
Wer einmal die Nachtseite betreten hat, kehrt nicht als derselbe Mensch zurück. Da ist viel mehr Empfindsamkeit, und auch sehr viel mehr Dünnhäutigkeit und Durchlässigkeit. Aber ganz sicher mehr Mut, auch wenn er nicht immer direkt zu spüren ist. Wir wissen nun, wie zerbrechlich das Leben ist. Und genau darin liegt eine neue Kraft.
Zwischen diesen zwei Welten zu stehen, ist nicht einfach. Es ist ein Ort tiefer Menschlichkeit. An dem Mitgefühl wächst. Für uns selbst und für andere. Vielleicht ist das die sanfteste Form von Heilung: nicht das Vergessen, sondern das Annehmen beider Seiten, die zu unserem Leben gehören.

Vielleicht hast du die Perlen schon einmal bei Kindern und Jugendlichen auf deiner Station gesehen? Die Mutperlenkette wird an Kinder und Jugendliche mit der Diagnose Krebs verschenkt. Oft entsteht eine lange Kette, die über dem Infusionsständer hängt und stolz mit geschoben wird, zwischen all den Medikamentenbeutel am Infusionsständer. Ein kleiner Lichtblick, wenn man nach oben sieht.
Jede Perle steht für einen ganz besonderen Schritt in deiner Krebstherapie. Zu Beginn gibt es den blau weißen Anker. Er steht für Mut und Hoffnung. Die Hoffnung, wieder gesund zu werden. Mit jeder durchgestandenen Behandlung und nach jeder schmerzhaften Untersuchung kommt eine weitere ganz besonders geformte Perle hinzu. Für eine Untersuchung, Bestrahlung, Chemotherapie, Haarausfall, Ultraschall, etc. bekommt man eine Perle. Jede sieht anders aus und hat seine eigene Bedeutung, doch die wichtigste Perle ist die Blume. Die hellblaue Blume steht am Ende einer erfolgreichen Krebstherapie, sie ist das Zeichen dafür, dass man alles geschafft hat und endlich gesund ist.
Da es nichts zu verschönern gibt und die Realität auch manchmal weniger schön verläuft als eine bunte Kette mit einer Blume am Ende, gibt es auch noch den Schmetterling und das rote Herz, diese Perlen dürfen die Eltern bei ihrem verstorbenen Kind auf die Kette fädeln.
Was sind deine Mutperlen? Wie erinnerst du dich an durch gestandene Behandlungen, deine persönliche Krankengeschichte und deine Erfolge? Was machst du, um dich daran zu erinnern, was du schon alles geschafft hast? Eine Fotowand, ein Tagebuch, ein Blog, Instagram oder eine eigene Mutperlenkette?
Zu sehen, was man schon geschafft hat, kann dir helfen neue Kraft zu tanken, Mut zu fassen und nicht aufzugeben.


Mit den folgenden sommerlichen Rezepten – alle alkoholfrei – wollen wir euch ein wenig Inspiration geben. Die Rezepte sind auf zwei Gläser ausgelegt. Milchprodukte können natürlich durch vegane Varianten getauscht und der Zuckergehalt nach eigenem Belieben angepasst werden.
In einem Topf Wasser, Zucker und Salz unter Rühren zum Kochen bringen. Danach die Mischung abkühlen lassen, in einen Krug füllen, mit Frischhaltefolie zudecken und circa zwei Stunden in den Kühlschrank stellen. Anschließend Zitronen- und Orangensaft zugeben, umrühren und in Gläser füllen.
Erdbeeren gründlich abspülen, abtrocken, entstielen und in grobe Stücke schneiden. Himbeeren verlesen. Sollte Tiefkühlobst verwendet werden, vorher auftauen. Die Früchte mit Joghurt und Milch in einen hohen Rührbecher oder Standmixer geben und pürieren. Danach nach Belieben in den Kühlschrank stellen. In Gläser füllen und genießen.
Teebeutel und Zimtstange mit dem kochenden Wasser aufbrühen und acht Minuten ziehen lassen, danach Beutel und Zimtstange entfernen. Honig einrühren und Tee ganz abkühlen lassen. Danach den Apfel mit einem Kernausstecher entkernen, zwei Scheiben abschneiden und im Zitronensaft wenden. Scheiben einmal einschneiden und mit der Kerbe auf die Glasränder setzen. Minzzweige mit Eiswürfeln in Gläser geben und den kalten Tee verteilen.
Mango schälen und Fruchtfleisch vom Kern lösen. Limette halbieren und Saft auspressen. Fruchtfleisch, Saft und circa 12 Minzblätter in einen Standmixer oder hohen Rührbecher geben und fein pürieren. Das Fruchtpüree auf zwei Gläser verteilen und jeweils mit 250 ml kaltem Sprudelwasser aufgießen. Eiswürfel dazu, umrühren und schmecken lassen.
Guaven in einem Sieb abtropfen lassen und in dünne Scheiben schneiden. Kumquats heiß abwaschen und abtrocken, danach halbieren, bei Bedarf entkernen und ebenfalls in dünne Scheiben schneiden. Guaven und Kumquats in einen Krug geben. Zitrone auspressen. Saft, Honig und Kräuterlimo zu den Früchten in das Gefäß geben und verrühren. Mindestens zwei Stunden in den Kühlschrank stellen und dann einschenken.

Bis zu 90 % der Krebspatient:innen sind während der Therapie von Fatigue betroffen. Die Ursache dafür vermuten Expert:innen beim Krebs selbst, der Krebsbehandlung, bei hormonellen Veränderungen und auch die Psyche spielt eine Rolle. Auch nach beendeter Therapie treten die Symptome bei 20–50 % auf.
💪 Gestalte deine Tätigkeiten so kräfteschonend wie möglich. Teile dir deine Kraft ein und lege öfter mal zwischendrin eine Pause ein.
🏃♀️ Bewegung hilft dem Körper und der Seele. Steige eine Haltestelle früher aus und gehe den Rest zu Fuß, nimm die Treppe anstatt den Aufzug oder nimm für kurze Strecken das Rad. Auch Sportarten wie Yoga, Schwimmen, Tanzen können guttun. Wichtig ist, dass die Bewegung dir Spaß macht, du musst dich nicht mit früheren Leistungen messen.
☀️ Nimm dir Zeit für schöne Dinge und plane diese bewusst ein.
🗓 Es ist total okay, Termine abzusagen, wenn diese deine Kraft übersteigen.
🧘 Höre auf deinen Körper und deine Seele! Werte dich nicht dafür ab, dass du dich müde und erschöpft fühlst. Finde heraus, welche Warnzeichen du erhältst und lerne mit der Zeit darauf zu reagieren.
📒 Führe ein Energietagebuch. Darin kannst du notieren, was du den Tag über gemacht hast und wie du dich dabei gefühlt hast. Wann warst du aktiv? Wann hast du dich ausgeruht? Wie hast du dich dabei gefühlt? So kannst du deine Balance zwischen Über- und Unterforderung erkennen und langsam und schrittweise aktiver werden.
🙎♂️🙍♀️ Spreche mit Freunden und Familie darüber. So können auch sie sich darauf einstellen und dich entlasten.


Laut Psycholog:innen gibt es verschiedene Arten, den Verlust eines geliebten Menschen zu verarbeiten. Die Vier Phasen der Trauer nach Verena Kast, die fünf Phasen der Trauer nach Elisabeth Kübler-Ross sowie die Trauer in Wellen nach George A. Bonanno. Trotz all diesen verschiedenen Arten der Trauerbewältigung, ist die Trauer doch sehr individuell.
Darüber reden: Es ist wichtig, über seine Gefühle und Trauer zu sprechen und auch mal zu weinen.

Mit dem Spruch: »Lass dir einen Schnurrbart wachsen« werden die Männer zum Mitmachen aufgerufen und aufgerufen, sich einen Schnurrbart wachsen zu lassen. Außerdem werden für Gesundheitsprojekt in den Bereichen psychische Gesundheit, Selbstmordprävention, Prostatakrebs und Hodenkrebs gesammelt. 🎗🧔
Der »Movember« wurde 2003 von einer Gruppe junger Männer in Australien eingeführt. Seitdem gibt es jährliche »Movember«-Veranstaltungen, deren Ziel es ist – neben Spenden – Aufmerksamkeit auf die Gesundheit von Männern zu lenken.
Wusstest du, dass im Vergleich Männer durchschnittlich 5 Jahre früher sterben als Frauen? Die Gründe sind teilweise vermeidbar, weshalb es umso wichtiger ist, zu wissen, was man für seine Gesundheit tun kann.
Auf der Website de.movember.com von kann man sich für die Aktion registrieren, um dann den 1. November glattrasiert zu beginnen. 💪

Enzyme: Ein Teil der Bauchspeicheldrüse produziert täglich eine Menge Verdauungssaft, in der Fachsprache daher auch exokriner Teil genannt. Darin enthaltene Enzyme spalten die Nahrung im Darm so auf, dass sie in deinen Körper aufgenommen werden kann. Fehlt dieser sogenannte exokrine (exokrin = von Drüsen nach außen abgebend) Teil der Bauchspeicheldrüse, können die Verdauungsenzyme durch ein Präparat ersetzt werden.
Wichtig: Die korrekte Dosierung anhand gegessener Fettmenge. Damit hören in der Regel Blähungen, Durchfälle, übelriechende Fettstühle und eine Gewichtsabnahme auf.
Insulin: Im endokrinen Teil bildet die Bauchspeicheldrüse die Hormone Insulin und Glukagon, die in die Blutbahn abgegeben werden (endokrin = Drüsen geben Hormone direkt ins Blut ab). Da die Hormone an der Blutzuckerregulation beteiligt sind, kann es nach einer Entfernung dieses Bauchspeicheldrüsen-Teils zur Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) kommen.
Vitamine: Durch die gestörte Fettverdauung ist auch die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K in Mitleidenschaft gezogen. Die meisten Patient:innen erhalten deshalb jeden Monat eine Injektion mit diesen Vitaminen. Auch die Aufnahme des wasserlöslichen Vitamins B12 kann aufgrund unzureichender Bauchspeicheldrüsenfunktion ungenügend sein.

🥗 Eine ausgewogene und gesunde Ernährung ist zweifellos sehr wichtig. Dennoch führt der Verzehr eines Cupcakes nicht automatisch zur Förderung des Krebswachstums. Krebs ist eine multifaktorielle Krankheit, bei der viele Einflüsse – einschließlich genetischer Veranlagung, Umweltfaktoren und Lebensstil – eine Rolle spielen.
Wenn du den Verzehr von Kohlenhydraten in Form von Brot, Nudeln, Kartoffeln, Reis, Obst etc. stark einschränkst (ketogene Diät), wirkt sich das nicht positiv auf das Überleben und Wiedererkranken bei Krebs aus. Krebsgesellschaften raten daher von dieser Krebsdiät ab. Außerdem spielen Kohlenhydrate neben Fett die wichtigste Rolle für die Deckung deines Energiebedarfs. Eine stark kohlenhydratarme Ernährung kann deshalb zu einer zu niedrigeren Energiezufuhr und zu Gewichtsverlust führen, was deine Prognose verschlechtern kann. Du solltest also nicht generell auf Kohlenhydrate verzichten.
Der einzige bisher belegte (indirekte) Zusammenhang zwischen Zucker und Krebs besteht darin, dass ein hoher Zuckerverzehr zu Übergewicht führt und dadurch das Risiko erhöht wird, an bestimmten Krebsarten zu erkranken. Zugesetzten Zucker (z.B. unseren Haushaltszucker) darfst du auch bei Krebs in kleinen Mengen essen. Ein häufiger und zu hoher Verzehr ist aber weder während noch nach deiner Erkrankung empfehlenswert.
👫 Greif also bei deiner nächsten Familienfeier mit Genuss zu einem Cupcake.

Die Prostata ist ungefähr walnussgroß und liegt unter der Blase. Hier bildet sie einen Ring um die Harnröhre. Sie spielt eine wichtige Funktion bei der Sexualfunktion, indem sie einen Teil der Samenflüssigkeit produziert. Durch die Lage um die Harnröhre kann sie bei Vergrößerung jedoch auch Symptome verursachen, wie etwa Probleme beim Wasser lassen.
Prostatakrebs ist eine bösartige Neubildung der Prostata. Hierbei vermehren sich Zellen der Prostata unkontrolliert und weisen andere Eigenschaften auf als gesunde Zellen.
Es gibt verschiedene Arten von Prostatakrebs. Die häufigste Form davon ist das sogenannte Adenokarzinom. Das bedeutet, dass der Krebs aus den Drüsenzellen der Prostata entsteht, also den Zellen, die normalerweise einen Teil der Samenflüssigkeit produzieren. Das Adenokarzinom macht ungefähr 95 % der Prostatakrebsformen aus. Es gibt auch deutlich seltenere Krebsarten der Prostata, wie das Plattenepithelkarzinom oder das Urothelzellkarzinom. Diese entstehen aus anderen Zelltypen als den Drüsenzellen.
Ebenso gibt es gutartige Vergrößerungen der Prostata. Ärzt:innen nennen das benigne Prostatahyperplasie, kurz BPH. Dabei ist die Prostata ebenfalls vergrößert, jedoch vermehren sich die Zellen nicht unkontrolliert und sind nicht bösartig.
Prostatakrebs ist die häufigste Krebsart bei Männern. Pro Jahr wird bei mehr als 7000 Männern in Österreich Prostatakrebs festgestellt, wobei vor allem ältere Personen betroffen sind. Die meisten Neuerkrankungen treten bei Männern ab 70 Jahren auf. In Deutschland gibt es jährlich rund 65.000 Neuerkrankungen. Dennoch ist die Sterblichkeitsrate geringer als bei anderen Krebsformen. Das liegt vor allem am langsamen Wachstum des Prostatakrebses, ebenso wie an guten Möglichkeiten zur Früherkennung und diversen geeigneten Behandlungsformen.
Die Entstehung von Prostatakrebs ist noch nicht vollständig geklärt. Einer der wichtigsten Risikofaktoren bei Prostatakrebs ist das Lebensalter. Die Erkrankung tritt hauptsächlich bei älteren Männern auf. Ein weiterer Risikofaktor ist die Genetik.
Grundsätzlich ist Prostatakrebs heilbar. Besonders in frühen Stadien, etwa wenn der Krebs bei einer Vorsorgeuntersuchung entdeckt wurde, besteht eine sehr gute Prognose. Daher sind Vorsorgeuntersuchungen besonders wichtig, um gegebenenfalls frühzeitig eine gute Therapie beginnen und die Erkrankung effektiv behandeln zu können.
In späteren Stadien, wenn der Krebs eventuell bereits gestreut hat, ist Prostatakrebs meist nicht mehr heilbar. Jedoch gibt es auch für diese Situationen entsprechende Behandlungsmöglichkeiten, die eine hohe Lebensqualität sicherzustellen sollen.
Prostatakrebs verursacht oft lange keine Beschwerden, die Symptome treten meist erst in späteren Stadien auf. Gerade deshalb sind Vorsorgeuntersuchungen entscheidend, um den Krebs frühestmöglich zu erkennen.
Die Vorsorgeuntersuchungen finden normalerweise bei deinem Urologen oder deiner Urologin statt. Hierbei wird eine Anamnese erhoben, das heißt dein Arzt oder deine Ärztin wird dich nach deinem Gesundheitszustand und möglichen Symptomen befragen. Eine Blutentnahme dient ebenfalls dazu, den sogenannten PSA-Wert zu messen. Dieser kann bei Prostatakrebs erhöht sein.
Zur körperlichen Untersuchung gehören eine Tastuntersuchung der Prostata sowie eine Ultraschalluntersuchung der Nieren, Blase und Hoden. Bei der Tastuntersuchung führt dein Arzt oder deine Ärztin einen Finger vorsichtig in den After ein. So kann die Prostata abgetastet werden, um ihre Größe, etwaige Unregelmäßigkeiten wie Knoten oder das Vorhanden sein eines Druckschmerzes zu beurteilen.
Auf selpers stehen mehrere kostenlose Online-Schulungen zum Thema Prostatakrebs zur Verfügung – verständlich aufbereitet für Betroffene und Angehörige.

Doch was, wenn man auf einmal gar nichts mehr fühlt? Gefühllosigkeit ist keinesfalls ein Zeichen von Gleichgültigkeit. Viel mehr ist diese neue Situation so überwältigend, dass wir erstmal lernen müssen, damit umzugehen. Zudem kann Gefühllosigkeit auch ein Schutzmechanismus deines Körpers sein, um emotionale Überforderung abzuwehren.
Der Umgang mit Gefühlen ist sehr individuell. Solltest du also manchmal im Rahmen deiner Therapie oder bei der Begleitung eines geliebten, erkrankten Menschen nichts zu fühlen scheinen, ist das völlig normal. Gib dir die Zeit, die Situation zu verarbeiten. Tausche dich mit anderen Menschen dazu aus. Und wenn du bei Freunden und Familie dasselbe wahrnimmst, hab Verständnis dafür, anstatt sie zu verurteilen.
Einzige Ausnahme: Wenn das Gefühl mehrere Wochen andauert, könnte es ein Anzeichen für Depression sein. Bitte suche dir in dem Fall professionelle Hilfe und gehe auf deinen Arzt oder Therapeuten zu.

Trauer ist kein schönes Gefühl und dennoch ist Trauer so wichtig.
Wir trauern nicht nur, wenn ein geliebter Mensch stirbt, sondern auch, wenn wir uns von einer Lebensvorstellung trennen müssen oder eine Partnerschaft in die Brüche geht. Trauer ist unsere natürliche Reaktion darauf, Verluste zu verarbeiten. Dabei gibt es keinen universellen Ablaufplan, wie dieser Verarbeitungsprozess vonstattengeht. Jeder Verlust ist individuell und jede:r von uns verarbeitet diesen auf ganz eigene Weise, daher empfindet auch jede:r Trauer unterschiedlich.
Leider gehört die Trauer in unserer Gesellschaft nicht zu den Gefühlen, über die gerne gesprochen wird. Im schlimmsten Fall, versuchen wir deshalb auch nicht zu trauern – wir verdrängen, stürzen uns in die Arbeit oder versuchen uns sonst irgendwie abzulenken. Doch das hilft nicht. Trauer ist ein starkes Gefühl, das oft wie eine Welle über uns hineinbricht, und zwar genau dann, wenn wir es am wenigsten erwarten. Kleine Erinnerungen können dafür der Auslöser sein, ein Geruch der uns an den geliebten Menschen erinnert, ein Lied, oder auch nur ein Gedankenfetzen.
Je mehr wir versuchen zu verdrängen, um so schwerer ist es, wieder aus den Wellen aufzutauchen und Luft zu bekommen.

Trauer hat einen Sinn und kann uns dabei helfen, wieder stark zu werden, oft sogar noch stärker als vor dem Verlust. Doch wir müssen sie zulassen und akzeptieren, nicht gegen sie ankämpfen. Es braucht Zeit. Und mit der Zeit können wir lernen, wie wir die Wellen liebevoll empfangen und ausrollen lassen können.
Manchmal scheint die Trauer aber auch zu stark für uns zu sein. Sie kann uns belasten und wir haben das Gefühl, das nicht alleine durchstehen zu können. Und das müssen wir auch nicht! Solltest du Hilfe benötigen, im Umgang mit deiner Trauer, dann wende dich an eine Selbsthilfegruppe, einen Therapeuten, Coach oder auch eine:n Trauerbegleiter:in in deiner Nähe.


Trotzdem ist der Winterblues kein Zuckerschlecken und kann deine Lebensqualität deutlich beeinträchtigen. Der Hauptgrund für dieses alljährliche Tief ist mangelndes Tageslicht. Die Sonne scheint weniger, wir gehen seltener an die Frische Luft und das führt dazu, dass dein Körper weniger Serotonin (das sogenannte Glückshormon) produziert. Je weniger Tageslicht wir abbekommen, desto mehr Melatonin (ein Hormon, das für unseren Tag-Nacht-Rhythmus zuständig ist und schlaffördernd wirkt) schüttet unser Körper aus und das macht nun mal einfach müde.

Wir verraten Dir ein paar Tipps, wie auch du dich auf die (Vor-) Weihnachtszeit einstimmen kannst:

Viele fragen sich vielleicht, warum ich mit einer BRCA-1-Genmutation und einem aggressiv-schnell-wachsenden Tumor diese Entscheidung nicht gleich bei der ersten Diagnose gefällt habe. Das ist leichter gesagt als getan. Mit 29 Jahren war ich optimistisch (bin es immer noch) und wollte meine Brust, die Gefühle auf der Brusthaut und meine Brustwarzen nicht aufgeben. Mit der zweiten Diagnose, mit 31, wollte ich alles in meiner Macht Stehende tun, um eine dritte Brustkrebsdiagnose und das Risiko von Metastasen so gering wie möglich zu halten. Das Risiko bleibt. Doch meine Chancen eines Rezidiv oder von Neubildungen sind durch meine Entscheidung stark gesunken.

Da meine rechte Brust während der ersten Therapie bestrahlt wurde, war schnell klar, dass lediglich ein Aufbau mit Eigengewebe infrage kommt, da sonst die Gefahr der Kapselfibrose zu groß sei. Ich ließ mich von mehreren Ärzt:innen beraten und entschied mich schlussendlich für die DIEP-Flap-Methode: Nach einer radikalen Mastektomie beider Brüste wird aus dem Unterbauch Gewebelappen (Bauchfett) entnommen und die Blutgefäße mikrochirurgisch im Brustbereich wieder angeschlossen ‒ so wird die Durchblutung gesichert. Der Bauchmuskel bleibt dabei unversehrt, sodass die Bauchwand intakt und stabil bleibt.
Das klingt alles erstmal einfach und unkompliziert. Doch der Weg zu meinem jetzigen Ergebnis ‒ mit dem ich sehr zufrieden bin ‒ war alles andere als einfach. Ich musste mehrere mehrstündige Operationen und Krankenhaus Aufenthalte über mich ergehen lassen und neue, große Narben an meinem Körper akzeptieren. Auch die mentale Auseinandersetzung mit dem Verlust der Gefühle auf der Haut war nicht leicht für mich. Ein Chefarzt sagte mir etwas im Beratungsgespräch, was mir bis heute im Gedächtnis geblieben ist: ›Der Übergang von Rekonstruktiver-OP zur Schönheits-OP ist schleichend, aber unausweichlich.‹ Den Satz habe ich erst ein Jahr nach der DIEP-OP verstanden, nachdem ich zwei weitere Operationen hinter mir hatte, um die Form und Narben im Brustbereich anzupassen. Zwischendurch fühlte es sich wie eine ›never-ending-story‹, eine unendliche Geschichte, an. Doch ich habe nicht aufgegeben und dafür gekämpft, dass ich mich wieder wohlfühle mit meinen Brüsten. Da ich mich auch für eine Entfernung der Brustwarzen entschieden habe, wurden diese letztes Jahr mit einer 3D-Technik von Andy Engel auf die Haut tätowiert (Danke, Andy!). Jetzt kann ich in den Spiegel schauen und neben den Narben auf der Brust und am Bauch auch das Wunder der modernen Medizin sehen, die es mir ermöglicht hat, Brüste zu bekommen, die sich natürlich anfühlen, ästhetisch aussehen und zu mir passen. Ich nenne meinen Körper selber liebevoll ›Picasso‹, denn ich sehe das Kunstwerk, welches durch Schmerz und Geduld entstanden ist. Ein Kunstwerk, welches einzigartig, wundervoll und stark ist und eines, welches ich (wieder) lieben gelernt habe.«

Im Grunde sind Bluttransfusionen für viele Erkrankte wichtig, da sie helfen, die Nebenwirkungen der Krankheit und der Behandlung zu bewältigen und die Lebensqualität zu verbessern. Leukämie-Patient:innen benötigen Blutspenden, da die Produktion gesunder Blutzellen beeinträchtigt ist. Auch Lymphome und Myelome können die Blutbildung im Knochenmark erschweren, weshalb es einen Bedarf an Transfusionen gibt. Patient:innen, die eine Knochenmark- oder Stammzelltransplantation bekommen, brauchen häufig während der Transplantationsphase und der Erholungszeit Blutkonserven, da ihr Knochenmark vorläufig nicht in der Lage ist, ausreichend Blutzellen zu produzieren.

Das Paul-Ehrlich-Institut und die Hämotherapie-Richtlinien der Bundesärztekammer schreiben vor, dass Krebspatient:innen selbst nach einer »überstandenen Erkrankung als Blutspender:innen dauerhaft auszuschließen sind«. Sie betonen, dass es sich um eine Vorsichtsmaßnahme handelt, da ein gewisses Risiko besteht, dass die »Krebserkrankung erneut auftritt und sich dann Krebszellen im Spenderblut befinden«. Abgesehen davon, darf nach einer Chemotherapie grundsätzlich kein Blut gespendet werden.
❗️ Übrigens: Die Spenden sind gerade in den Sommermonaten Mangelware. Viele Menschen befinden sich im Urlaub, andere trauen sich aufgrund höherer Temperaturen nicht, den Gang zur Blutspende anzutreten. Je nach Bundesland wird die Lage durchaus als kritisch eingestuft und Kliniken müssen mit den Blutpräparaten gut haushalten. Im Winter kann es auch zu Engpässen kommen, vor allem wenn es überdurchschnittlich heftige Erkältungswellen gibt.
💜 Wer von euch also zu potenziellen Spender:innen gehört: Ihr schenkt mit euren Spenden Hoffnung für viele Krebspatient:innen und andere, die so dringend auf Blutkonserven angewiesen sind. Und an alle die, die bereits regelmäßig ihr Blut beisteuern, sei gesagt: Ganz herzlichen Dank!


Durch spezielle Rehabilitationsmaßnahmen soll diese ihnen helfen, wieder zurück in den gewohnten Alltag zu finden, die Erholung fördern und Langzeitschäden vorbeugen. Eine solche Reha findet entweder stationär oder ambulant in einer fachspezifischen Rehaklinik statt und ist lediglich freiwillig und nicht verpflichtend. Eine Reha kann auch direkt im Anschluss an die Primärbehandlung erfolgen. Das nennt sich dann »Anschlussheilbehandlung« (AHB). Die Kosten dafür trägt meist die Deutsche Rentenversicherung, bei der vor der Behandlung ein Antrag eingereicht werden muss. Die ersten Ansprechpartner:innen sind die behandelnden Ärzte und Ärztinnen, sowie offizielle Krebsberatungsstellen.


KI kann riesige Datenmengen analysieren und so bei der Krebsfrüherkennung (zum Beispiel durch die Analyse von Gewebeproben) helfen. Spezielle mit medizinischen Trainingsdaten gespeiste KIs können bei Diagnoseverfahren unterstützen und Ärzt:innen basierend auf Patient:innendaten und wissenschaftlichen Studien sowie aktuellen medizinischen Leitlinien in Sekundenschnelle Behandlungsoptionen vorschlagen.
‼️ Natürlich kann KI hierbei keine ärztliche Entscheidung ersetzen – sie ist ein Werkzeug, kein Heiler.
Derzeit werden zahlreiche Forschungsprojekte durchgeführt, die die Potenziale von KI für die Verbesserung von Krebsdiagnostik und -therapie untersuchen. So könnte in Zukunft KI die Individualisierung von Krebstherapien verbessern, sodass jede Patient:in ausschließlich wirklich notwendige und für sie:ihn passende Medikamente erhält.
Doch nicht nur für Forschende und Ärzt:innen bietet KI neue Möglichkeiten. Auch Patient:innen und Angehörige können KI nutzen, um Fragen zu stellen, wissenschaftliche Befunde in einfache Sprache übersetzen zu lassen oder auch um drei Uhr nachts noch einen Ansprechpartner zu haben, wenn Ängste oder Sorgen einen gesunden Schlaf verhindern. Teilweise beantwortet KI medizinische Fragen sogar so gut, dass Patient:innen die KI-Antwort nicht mehr von der Ärzt:innen-Antwort unterscheiden können. Studien zufolge bewerten Patient:innen KI-generierte Antworten auf ihre Fragen außerdem als empathischer und hilfreicher als durch medizinisches Personal verfasste Antworten. Hier zeigt sich, dass KI mittlerweile zu einem sehr menschlichen, wertschätzenden und wohlwollenden Umgang mit ihren Nutzer:innen fähig ist.

Dieses empathische Verhalten verleitet dazu, Chatbots auch für therapieartige Gespräche zu nutzen. Dies ist naheliegend, da die KI (im Gegensatz zu echten Menschen) nie müde wird, nicht urteilt und immer verfügbar ist. Chatbots wie ChatGPT, Weobot oder Wysa können auch tatsächlich zunächst sinnvolle Ansprechpartner sein. Sie sind in der Lage, Gespräche zu führen, emotionales Befinden zu erfassen und Coping-Strategien vorzuschlagen. Häufig sind die künstlich generierten Antworten einfühlsam, machen Mut und helfen dabei, die eigenen Gedanken zu sortieren. Je mehr konkrete Informationen die KI erhält, desto individuellere Tipps kann sie dir geben.
Doch hier ist Vorsicht geboten: Persönliche und sensible Daten (wie vollständige Namen und Adressen oder finanzielle Angaben) solltest du keinem Chatbot zur Verfügung stellen! Sind die Daten in der KI eingegeben, kann nicht immer zuverlässig nachvollzogen werden, inwiefern diese weiterverarbeitet werden. Zudem werden deine Eingaben häufig genutzt, um die KI weiter zu trainieren.
Bei ChatGPT kannst du dies in den Einstellungen ändern. Hier kannst du entscheiden, ob du die Funktion »Das Modell für alle verbessern« ein- oder ausschalten möchtest. Allerdings solltest du auch dann, wenn diese Funktion ausgeschaltet ist, keine sensiblen Daten teilen, da KI-Systeme nicht immer vor Cyberangriffen sicher sind. Bezogen auf die Datenschutzproblematik und sicherlich auch auf konkrete Handlungsempfehlungen bei wiederkehrenden Angst- und Unsicherheitsgefühlen oder anderen häufig auftretenden, mentalen Problemen sind, menschliche Therapeut:innen definitiv den Chatbots vorzuziehen. Idealerweise können Chatbots aber eine erste Anlaufstelle darstellen und als Brückenbauer in akuten Momenten fungieren. Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wie ChatGPT dein Gesundheitsmanagement verbessern kann, dann gibt es hierzu eine interessante Podcastfolge namens »ChatGPT als Therapeut: Wie du KI für deine mentale Gesundheit nutzt« von Dr. Eva Elisa Schneider.
Im Selbstexperiment konnte ich Zeugin der kompetenten und einfühlsamen Antworten von ChatGPT werden. Ich probierte zunächst aus, inwieweit ChatGPT mir helfen konnte, meinen PET-CT-Befund der Erstdiagnose aus dem Jahr 2022 noch besser zu verstehen. Hier erhielt ich auch direkt von der KI den Hinweis, dass ich Klarnamen oder andere sensible Daten schwärzen solle, bevor ich den Befund hochlud. Ich entschied mich dazu, nur die letzten paar Sätze zu kopieren. Hier ging es um die Ausbreitung des Lymphknotenbefalls bei meiner Krebserkrankung. ChatGPT erklärte mir sehr kleinschrittig, dass es sich bei meiner Erkrankung um ein Lymphom handelte, und konnte alle medizinischen Begriffe (wie zum Beispiel »infradiaphragmal«) in verständliche Begriffe (in diesem Fall »unterhalb des Zwerchfells«) übersetzen. Sogar das Stadium konnte die KI richtig benennen und in Abhängigkeit von bestimmten Risikofaktoren konkrete Behandlungsmöglichkeiten vorschlagen. Hier erklärte mir ChatGPT in etwa die gleichen Möglichkeiten, wie mein Onkologe es damals getan hat. Auch die Angaben zur Dauer der Therapie und zu den möglichen Nebenwirkungen waren akkurat.

Als nächsten Schritt schlug die KI vor, mir weitere Informationen zu körperlicher und seelischer Therapieunterstützung zur Verfügung zu stellen. Diese Tipps beinhalteten unter anderem eine eiweißreiche, ausgewogene Ernährung, regelmäßige, moderate Bewegung und eine Suche nach Austauschmöglichkeiten in Form von Selbsthilfegruppen oder Psychoonkologie. Bei genauerem Nachfragen, welche Möglichkeiten ich als junge Patientin für den Onlineaustausch hätte, schlug die KI das junge Krebsportal der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs oder die Yes-We-Cancer-App vor. Unser kleiner Verein Pathly hat es leider noch nicht in die ChatGPT-Vorschläge geschafft, aber als ich der KI von meinen Zukunftsängsten berichtete, nutzte der Chatbot unseren Slogan »Du bist nicht allein«, um mich aufzufangen. Die ausführliche Antwort lautete:
»Es ist okay, dass du Angst hast. Diese Gefühle sind kein Zeichen von Schwäche, sondern eine natürliche Reaktion auf das, was passiert ist. Und es ist ebenso wichtig, dass du dich daran erinnerst: Du bist nicht allein. Menschen um dich herum, Freunde, Partner, Familie, aber auch digitale Communitys und Fachleute können dich begleiten. Du musst nicht alles selbst tragen.«
Diese emotionale und einfühlsame Antwort der KI beeindruckte mich nachhaltig. ChatGPT hat für mich damit bewiesen, dass KI Mut machen und helfen kann. Natürlich ist sie zu keinem Zeitpunkt ein Ersatz für echte Ärzt:innen, Therapeut:innen und Angehörige, die uns in den (manchmal leider ziemlich dunklen) Zeiten als Krebspatient:innen zur Seite stehen. Aber die Zukunft der Krebsmedizin ist nicht menschlich oder künstlich – sondern beides, im besten Fall Hand in Hand.

Etwa ein Liter Lebergalle wird täglich von der Leber produziert. Diese hilft bei der Fettverdauung und dient als Ausscheidungsmechanismus von Abbauprodukten. Die Flüssigkeit gelangt über die Gallenwege in die Gallenblase. Dort wird sie gespeichert, eingedickt und bei Bedarf in den Darm abgegeben. Das Gallensystem wird in die Gallenblase und die Gallengänge unterteilt. Gallenblasenkrebs entsteht in den Zellen der Gallenblase. Entsteht der Krebs in den Gallengängen, wird der Gallengangskrebs unterschieden in: »intrahepatisch« (innerhalb der Leber), »hilär« (Vereinigung der Lebergänge) und »extrahepatisch« (außerhalb der Leber).
Das Risiko für Krebs im Gallensystem wird durch viele verschiedene Ursachen erhöht. Vor allem lange und chronisch andauernde Entzündungen beeinflussen das Krebsrisiko.
Gallengangskrebs verursacht anfänglich oft wenige Symptome. Außerhalb der Leber kann Gelbsucht ein frühes Anzeichen sein, während sie innerhalb der Leber erst später auftritt. Im Frühstadium verläuft diese oft schmerzfrei.

Gallenblasenkrebs verursacht oft Symptome, die vieldeutig sind und auch bei anderen Erkrankungen der Gallenwege oder Leber vorkommen können.
Neben der Abfrage von Vorerkrankungen und Beschwerden bei einem Verdacht, ist auch das Abtasten, vorzugsweise des rechten Oberbauches, wichtig für die Diagnose. Weitere Hinweise können auch veränderte Blutwerte liefern und so beispielsweise einen Rückstau der Galle zeigen.

Neben der Art des Tumors, dem allgemeinen Gesundheitszustand der Patientin oder des Patienten spielt auch eine Rolle, wie weit sich der Tumor bereits im Körper ausgebreitet hat. Eine Operation zur vollständigen Entfernung, kann in frühen Stadien ausreichend sein. Ist der Krebs jedoch fortgeschritten, bekommen die Betroffenen zusätzliche Medikamente (zum Beispiel im Rahmen einer Chemotherapie oder zielgerichteten Therapie).

Die Diagnose Krebs ist für Betroffene und Angehörige ein Schock und auch die Zeit des Behandlungsverlaufs eine Achterbahnfahrt der Gefühle: Wut, Verzweiflung, Zuversicht, Entschlossenheit, Enttäuschung … alles ist dabei. Die Verarbeitung davon bedeutet seelische Schwerstarbeit.1
Wehren wir uns innerlich gegen diese Gefühle, werden sie immer stärker und verfolgen uns in unseren Gedanken. Sie wollen Aufmerksamkeit. Bekommen sie die nicht, werden sie lauter und lauter und wir fühlen uns immer schwächer.
Versuchen wir aber, diese Gefühle bewusst wahrzunehmen und ihnen z. B. durch Gespräche, Musik, Malen, Schreiben, Bewegung und auch Weinen Ausdruck zu verleihen, werden sie leiser. Sie sind natürlich noch da und das soll auch genau so sein. Denn nur so können wir Veränderungsprozesse verarbeiten. Und auch wenn es abgedroschen klingt und wir es oft nicht mehr hören können: Mit Geduld und Verständnis FÜR UNS SELBST entwickeln wir eine innere Stärke zur Bewältigung der Krise.
Akzeptieren heißt auch, nicht alles allein tragen zu müssen! Wir dürfen und sollen Unterstützung annehmen und damit auch das Gefühl, einfach mal nicht stark zu sein und uns helfen zu lassen.

Jährlich erkranken in Deutschland etwa 6.700 Menschen an einem Multiplen Myelom. Diese Erkrankung geht von veränderten Plasmazellen im Knochenmark aus und wird deshalb auch »Knochenmarkkrebs« genannt. Das Erkrankungsrisiko steigt im höheren Alter an. Da die Lebenserwartung im Allgemeinen steigt, ist in den nächsten Jahren auch mit einer steigenden Anzahl an Diagnosen zu rechnen.
Ein Multiples Myelom ist anfänglich schwer zu erkennen, da Symptome wie Blutarmut, Knochenschmerzen, andauernde Müdigkeit und eine erhöhte Infektanfälligkeit auch völlig andere Ursachen haben können. Mit Hilfe eines Bluttests lässt sich feststellen, ob eine ungewöhnlich hohe Anzahl an Plasmazellen vorliegt. Doch auch diese Auffälligkeit in den Laborwerten ist oftmals harmlos und verläuft in den meisten Fällen gutartig. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind bei Auffälligkeiten in den Blutwerten wichtig, um eine Erkrankung rechtzeitig zu erkennen.
Auch wenn eine vollständige Heilung bei einem Multiplen Myelom in der Regel nicht möglich ist, hat sich in den letzten Jahren die Lebenserwartung mit der Erkrankung deutlich verbessert. Mit Hilfe von Hochdosis-Chemotherapie oder Blutstammzelltransplantation kann die Krankheit häufig über lange Zeit kontrolliert werden und verläuft dann oft symptomarm.
Warum Menschen an einem Multiplen Myelom erkranken, ist nicht eindeutig geklärt. In einigen Fällen tritt eine familiäre Häufung auf und Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Bestimmte Immundefekte oder eine Infektion mit Erregern, die das Immunsystem schwächen (beispielsweise eine HIV-Infektion) können das Erkrankungsrisiko erhöhen. Eine Vorsorge-Routine wie bei Brust- oder Hodenkrebs gibt es für das Multiple Myelom aufgrund seiner Seltenheit und der unspezifischen Symptome nicht.
Es ist daher wichtig, stets auf den eigenen Körper zu hören. Außerdem gilt auch hier, wer viel Gemüse, Fisch und Obst isst, kann sein Erkrankungsrisiko für ein Multiples Myelom und viele andere Erkrankungen verringern.


»Aber fangen wir von vorne an: Ich war 27, als ich erfuhr, dass ich das Brustkrebs-Gen BRCA1 habe. Seitdem lastete die Frage auf meinen Schultern, was ich mit diesem Wissen machen würde. Plötzlich schien lediglich Vorsorge nicht mehr zu reichen, man müsse mehr machen, radikaler vorgehen. »Sie wollen doch nicht krank werden«, hieß es jedes Mal. Natürlich nicht. Dennoch wehrte ich mich jahrelang gegen einen Eingriff. Nicht, weil ich die medizinische Notwendigkeit darin nicht sah, sondern weil die Entscheidung einfach derart gewaltig war.
Der Gedanke, in meinen doch noch gesunden Körper zu schneiden, war mir unvorstellbar. Dazu kam noch, dass ich vorher noch nie operiert wurde, überhaupt noch nie im Krankenhaus war. Vielleicht bin ich die Ausnahme, vielleicht geht der Kelch an mir vorüber? Schließlich liegt die Wahrscheinlichkeit, an Brustkrebs zu erkranken, bei Gen-Träger:innen bei etwa 85 Prozent. Vielleicht gehörte ich ja zu den 15 Prozent?!
Als nun aber auch die letzte Person in meiner unmittelbaren Familie eine Krebsdiagnose erhielt, war meine Entscheidung von einem Moment auf den nächsten gefallen. Ich scherze gerne, dass ich das Bingo nicht vollmachen wollte, aber tatsächlich wurde das Gefühl, als Nächstes ins Fadenkreuz zu geraten, unerträglich.
Im Juli dieses Jahres ließ ich mir daher die Brüste entfernen. Aufgrund der Größe meiner Oberweite wurde mir von mehreren Ärzt:innen zur Rekonstruktion mit Implantaten geraten. Ich selbst war mit dem Wunsch, Eigengewebe zu benutzen, ins Gespräch gegangen, da mir beim Gedanken an Fremdkörpern im eigenen Körper unwohl war; nun hieß es also erneut umdenken, umentscheiden, um-fühlen. Ich entschied mich schlussendlich für eine OP, deren Methode das Brustgewebe nicht 1:1 durch Implantate ersetzt, sondern die Brüste etwas verkleinert, heißt strafft. Aufgrund der Schwere der Implantate bin ich jeden Tag aufs Neue froh über diese Entscheidung. Sie bedeutete aber auch auffälligere Narben, womit ich jedoch überraschend gut klarkomme. Ich selbst verbinde meine Sexualität und mein Gefühl von Weiblichkeit (im Wesentlichen) nicht mit meinen Brüsten, was es mir einfacher macht, das Gefühl in ihnen teilweise verloren zu haben.
Es überraschte mich selbst am meisten, wie schnell ich nach der OP wieder auf den Beinen und wie wenig meine Beweglichkeit eingeschränkt war. Auch dies bestätigte mir, dass es die richtige Entscheidung gewesen war, diesen Schritt mit 34 und ohne Vorerkrankung zu wagen. Ein, zwei Jahrzehnte später und/oder nach einer Erkrankung hätte der Heilungsprozess ganz anders aussehen können.
Doch auch für mich lief es nicht problemlos. Aufgrund von Wundheilungsstörungen musste ich drei Wochen später erneut operiert werden – eine erneute Hürde, die mich mental um ein Vielfaches mehr mitnahm als die erste OP, nahm sie mir doch mein Urvertrauen, dass schon alles gut werden würde. Zum Glück hat sich sowohl meine körperliche als auch mentale Gesundheit seitdem verbessert.
Drei Monate später gibt es Tage, wo ich streckenweise vergesse, dass ich überhaupt eine OP hatte, so natürlich ist mein Körpergefühl inzwischen. Dann gibt es wieder Tage, wo die Narben ziepen, die Implantate drücken, die Brüste einfach nicht »meine« sind.
Und doch bin ich auch für diese Tage dankbar, denn auch wenn mein Risiko nach diesem radikalen Eingriff nicht bei 0 Prozent liegt, sitzt mir doch nicht mehr das Gefühl im Nacken, eine tickende Zeitbombe zu sein. Ich fühle mich frei.«


Vorsätze sind neue Gewohnheiten, die erst etabliert werden wollen. Und das braucht Zeit! ⏳
Wir geben die hier ein paar Tipps, wie es vielleicht dieses Jahr mit deinen Vorsätzen klappt:
Sei realistisch
Setze dir lieber kleine, machbare Ziele. Kleine, erreichbare Schritte helfen dir, immer weiter dranzubleiben. 👣
Priorisiere deine Selbstfürsorge
Setze DICH in den Mittelpunkt. Nur, wenn du Kraft hast, kannst du etwas verändern. Nimm dir zum Beispiel vor, regelmäßige Pausen einzuplanen, bewusst zu entspannen, dir Zeit für Schönes zu nehmen. 💜
Formuliere Zeiten flexibel
Sei nicht zu streng mit den Zeiten, die du dir setzt. Die Umstände können sich ändern, und es ist wichtig, sich an neue Realitäten anzupassen, ohne sich selbst abzuwerten.✨
Lass dich unterstützen
Setze dir den Vorsatz, aktiv Unterstützung anzunehmen. Familie, Freunde und professionelle Hilfe können wertvolle Ressourcen sein, um Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen. 🤝
Du darfst Vorsätze neu ausrichten
Plane regelmäßige Reflexionszeiten ein, um deine Ziele zu überdenken. Es ist in Ordnung, Ziele anzupassen oder zu ändern, wenn sich deine Bedürfnisse oder Umstände ändern. ✍️
Plane kleine Freuden in deinen Alltag ein
Integriere regelmäßig kleine Freuden in deinen Alltag. Das können einfache Aktivitäten oder Rituale sein, die Freude und positive Energie bringen. 🥰
Wenn es mal holprig wird, denk daran: Jeder Tag ist ein Schritt näher zur fest verankerten Gewohnheit! Sei freundlich zu dir: Du tust das, was du gerade kannst! 🌈 💜