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Unsere Lebensgeister: Lustige, herzerwärmende und überraschende Erfahrungen trotz Krebs

Krebs laugt aus. Nicht nur körperlich. Auch psychisch geht die Krankheit vielen Betroffenen an die Substanz. Das ist kein Wunder, denn Chemo- und Immuntherapie, Bestrahlung, Medikamente und andere Maßnahmen fordern ihren Tribut. Doch in all der harten Zeit gibt es sie: Die Momente, die uns erinnern, weshalb wir uns dem Krebs nicht einfach ergeben wollen.

Zwei Hände halten auf blauem Hintergrund eine weiße Kugel in der "Lebensgeister – Raus in die weite Welt" geschrieben steht.
17.2.2025
Lebensgeister
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Manchmal sind es die kleinen Momente während einer Krebserkrankung, die so viel Bedeutung haben. Heute wollen wir wieder einen dieser wertvollen Augenblicke mit dir teilen. Die heutige Geschichte von Katharina handelt vom Mut, nach dem Krebs spontan aufzubrechen – und die neu gewonnene Freiheit unbeschwert zu genießen:

»Wenn ich an meine eigene Krebserkrankung im Jahr 2022 und den steinigen Weg zurück in den Alltag ›nach dem Krebs‹ zurückdenke, fallen mir viele Momente ein, die mich bis heute prägen. Die meisten davon sind – wer hätte es gedacht – negativ. Doch heute möchte ich eine gute Erinnerung teilen.

Es war Mitte August 2022. Ich war seit wenigen Tagen offiziell krebsfrei und hatte gerade meinen 24. Geburtstag gefeiert. Also dachte ich, die Zeit sei gekommen, um die erste größere Reise anzutreten. Und zwar alleine. Monatelang hatte ich während meinen stationären Krankenhausaufenthalten davon geträumt, einfach weit wegfahren zu können – ohne daran zu denken, wann die nächste Therapie beginnt und ob sicherheitshalber ein Krankenhaus in der Nähe ist. Ich wollte mich endlich wieder frei und ungebunden fühlen – und vor allem spontan sein.

Also nahm ich ein Fotoshooting des Vereins ›recover your smile‹ zum Anlass, um aus meiner Heimat in Thüringen über Nürnberg nach München zu fahren. Ich war von meinem Plan begeistert, meine Eltern hingegen nicht. Ich sei noch zu schwach und würde die Anstrengungen eines solchen Solotrips unterschätzen. Schließlich machten wir einen Kompromiss: Mein Bruder sollte mich begleiten und ein wenig auf mich aufpassen.

Ich erinnere mich noch genau an den Moment, als wir uns am Bahnhof verabschiedeten und in den Zug stiegen. Ich hatte plötzlich große Angst. Die letzten Monate war ich permanent auf die Hilfe meiner Eltern angewiesen gewesen, hatte mich überall hinfahren lassen und nur selten die Kraft für einen Spaziergang gehabt. Jetzt saß ich in einem überfüllten Zug Richtung Süden und musste die nächsten Tage mehr oder weniger allein zurechtkommen. Und so langsam sah ich ein, dass ich mich und meine Kräfte überschätzt hatte. In meinem damaligen Zustand war das Reisen in unbekannte Städte verdammt überfordernd. Sowohl Nürnberg als auch München mit ihren Touristenmassen strengten mich enorm an und ich verbrachte viel Zeit im Hotel, um mich auszuruhen. Umso schöner war dafür das Shooting von ›recover your smile‹. Ich lernte andere Krebspatient:innen kennen und fühlte mich im Kreise meiner Leidensgefährt:innen sofort wohl. Wir verbrachten tolle Stunden miteinander und hatten während der Fotosessions eine Menge Spaß.

Als ich am nächsten Tag wieder im Zug Richtung Heimat saß, war ich unglaublich stolz auf mich. Ich hatte mir einen meiner vielen ›Bucket-List-Wünsche‹ erfüllt – und es lebend zurück nach Hause geschafft. 😌

Diese erste Reise nach überstandener Chemotherapie war für mich einer von vielen Schritten zurück in einen selbstbestimmten Alltag. Einen Alltag ohne Krebs. Wenn ich heute in meiner Wahlheimat Berlin in den ICE steige, denke ich manchmal noch an diese Reise zurück – und bin froh, dass ich mich damals so schnell wieder aus der Komfortzone bewegt, mich in die (für mich damals) weite Welt hinausgewagt und meine Ängste überwunden habe. Es hat sich gelohnt. 💜«

Raus in die weite Welt
Zwei Hände halten auf blauem Hintergrund eine weiße Kugel in der "Lebensgeister – Die gemeinsame Suche nach dem Appetit" geschrieben steht
16.1.2025
Lebensgeister
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Manchmal sind es die kleinen Momente während einer Krebserkrankung, die so viel Bedeutung haben. Heute geht es weiter mit der Rubrik »Lebensgeister«. Sie bildet genau diese Situationen ab. Viele von uns haben mit unseren Lieben in den letzten Wochen gutes Essen genossen, auch im Sinne von »sharing is caring«. Unsere heutige Geschichte von Jowi handelt von der Wiederentdeckung des Genusses am Essen – und zwar gemeinsam:

»Essen hat für mich – wie vielleicht für einige von euch – einen besonderen Stellenwert im Leben. Ich liebe es neue Gerichte auszuprobieren, in meinen Kochbüchern zu schmökern, das nächste Rezept herauszusuchen, mich mit Freund:innen darüber auszutauschen, für andere zu kochen oder mich mit meinen Liebsten im Restaurant auf ein gutes Essen zu treffen.

Umso schlimmer war es für mich, als ich im Sommer 2023 immer weniger essen konnte, kaum noch etwas vertrug (bis auf Haferbrei und trockenes Brot) und mein Gewicht immer weiter sank. Bis zu meiner überraschenden Diagnose mit einem hochmalignen Non-Hodgkin-Lymphom war ich in ein extremes Untergewicht gerutscht. Ich nenne absichtlich keine Zahlen, weil ich niemanden triggern möchte. Die Prognosen standen auf jeden Fall nicht besonders gut, denn die Ärzt:innen sagten mir, dass mir nur noch bis September bleiben könnte, falls die Behandlungen nicht anschlagen sollten.

Ich hatte jedoch Glück, mein Körper vertrug die ersten Eingriffe und Chemotherapie, und ab da war der Appell der Ärzt:innen, dass ich dringend versuchen sollte zuzunehmen – egal wie. Das war gar nicht so einfach für mich, denn mein Appetit wollte einfach nicht zurückkommen. Während ich zuvor super gerne Kochsendungen wie ›Das Perfekte Dinner‹, ›The Taste‹ oder ›Chef’s Table‹ schaute, sowie oft am Durchblättern von Kochbüchern war, wollte ich mich so gar nicht mehr mit Essen befassen. Mein Körper und mein Geist schienen von sich aus einfach nicht essen zu wollen und zu können. Allein würde ich das nicht hinbekommen. Meine Lieblingsmenschen sahen meinen inneren Kampf und taten sich für mich zusammen: Das Projekt ›Auf der Suche nach Jowis Appetit‹ wurde gestartet.

Mein Bruder, der in der Zeit meiner Therapie vorübergehend bei mir wohnte, sowie mein Freund, hatten sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt, als sie beschlossen, mich zu unterstützen. Es wurde ausnahmslos gekocht, bestellt und gegessen, worauf ich Lust hatte, wenn ich Zuhause war. Früh stand mein Bruder auf und holte mir von meinem Lieblingsbäcker, was ich wollte, während mein Freund – ein sehr guter Koch – zauberte worauf ich Lust hatte: Suppen, Eintöpfe, Pizza, Hausmannskost, aber auch abstruse Speisen wie Pommes mit Wienern. Als mein Freund innerhalb der Woche auf der Arbeit war, bereitete mir meine Mama meine Lieblingsgerichte aus der Kindheit zu (Königsberger Klopse mit Kartoffeln oder Pierogi) und mein Vater brachte sie mir vorbei. Während der ganzen Zeit wurde Rücksicht darauf genommen, wenn ich nicht essen konnte oder wollte, auch weil das Geschmacksempfinden sich während der Chemotherapie verändern kann. Umso mehr freuten wir uns über jeden Bissen, den ich herunter bekam, sei dies gemeinsam am Tisch oder allein auf der Couch, denn manchmal war ich einfach zu schwach, um zusammen mit den anderen am Tisch zu essen.

Während der Behandlungen im Krankenhaus etablierten meine Mama und ich ein ›Kaffeekränzchen‹ am späten Vormittag, zu dem sie stets einen Kuchen mitbrachte, und meine beste Freundin Steffi rief mich jeden Mittwoch – den ich während der Chemotherapien im Krankenhaus verbrachte – auf ein gemeinsames ›Eisdate‹ an. Das tolle Team der Onkologie versorgte mich nämlich regelmäßig mit Eis, und somit saßen Steffi und ich vor unserer Kamera und schleckten gemeinsam ein Eis.

Nach und nach fiel mir das Essen immer leichter und ich hatte wieder Freude daran, das Essen mit anderen am Tisch zu teilen. Und das Gewicht auf der Waage stieg. Am Ende meiner Chemotherapien, die ein halbes Jahr andauerten, hatte ich ganze 8 Kilo zugenommen!Und tatsächlich schaffte ich es auch, zwischen den letzten zwei Chemozyklen wieder zu kochen. Es war unheimlich anstrengend für mich, ich schwitzte, das Schneiden fiel mir schwer, ich bekam Dosen und Gläser nicht alleine auf und ich konnte nur wenige Minuten ohne Schwindel stehen. Aber ich setzte mich zwischendurch einfach immer wieder hin und kämpfte mich durch. Und was soll ich sagen: Verlernt habe ich das Kochen nicht und ich war auch richtig stolz auf mich, weil das Essen auch meinem Bruder und meinem Freund gut schmeckte.

Bei meiner letzten Chemo im Krankenhaus schaffte ich es auch wieder mit Freude ein Weihnachtskochbuch zu lesen, das mir zwei liebe Freundinnen geschenkt hatten. Ich freute mich auf das Zubereiten der Gerichte in der Adventszeit.Dieses Kochbuch wurde auch dieses Jahr wieder hervorgeholt, und ehrlich gesagt kann ich es kaum fassen, dass die Zeit, in der ich nach meinem Appetit suchte, schon über ein Jahr her ist.

Dank meiner Liebsten und ihrer Unterstützung habe ich die Freude am Kochen, am Kochbuchschmökern und Essen wiedergefunden, und freue mich mit ihnen neue kulinarische Welten zu entdecken.«

Die gemeinsame Suche nach dem Appetit
Zwei Hände halten auf gelbem Hintergrund eine weiße Kugel in der "Lebensgeister – Die Magie eines Lächelns" geschrieben steht
16.12.2024
Lebensgeister
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Manchmal sind es die kleinen Momente während einer Krebserkrankung, die so viel Bedeutung haben. Heute geht es weiter mit der Rubrik »Lebensgeister«. Sie bildet genau diese Situationen ab.

»Werden mir die Haare ausfallen?« war eine meiner ersten Fragen nach der Krebsdiagnose. Komisch, wo ich doch nie an meinen dünnen, feinen Haaren gehangen habe, weil ich stets zu faul war, sie aufwendig zu stylen und sie daher oft im einfachen Zopf trug. Doch der Haarausfall zeigte mir und der Welt: Ich bin krank. Nach dem zweiten Zyklus der Chemotherapie war es dann auch soweit. Sie fielen mir büschelweise aus, sodass ich spontan zum Rasierer griff und kurzen Prozess mit meinen Haaren machte. Sich selbst glatzköpfig zu sehen, war erstmal ein Schock. »Es gibt doch Perücken«, sagte man mir. Doch diese Option fiel schnell ins Wasser, da ich auf irgendetwas allergisch reagierte - mit deutlichen, roten Striemen im Gesicht. Ich griff also zu Mützen oder Wickelschals. Im chaotischen und schnelllebigen Berlin fiel das kaum auf. Vor allem die Erwachsenen würdigten mich keines zweiten Blickes.

Es waren die Kleinen unter uns. Die Kinder, die mich wirklich gesehen haben. Logisch, würde man meinen, denn neben den Haaren fehlten mir auch Wimpern und Augenbrauen. Kindern fiel das sofort auf. Sie musterten mich stets, wenn ich ihnen begegnete. Ihr Blick war wunderlich, offen und konzentriert. Sie haben gemerkt, dass irgendetwas mit mir nicht stimmte. Doch ich hatte eine Geheimwaffe: Ich lachte sie offen und herzlich an. Und in dieser Sekunde änderte sich ihr Gesichtsausdruck blitzartig. Sie lachten zurück. Sie wussten, dass es mir dennoch irgendwie gut ging. Diese Momente haben mir immer wieder aufs Neue gezeigt, dass ein Lachen mehr bewirken kann als tausend Worte. Ich signalisierte ihnen, dass ich auch ohne Haare OK bin. Schon bald traute ich mich auch mit Glatze auf die Straße. Das waren unvergessliche Glücksmomente in einer oft schweren Zeit.

Die Magie eines Lächelns
Lebensgeiser: Hier spielt die Musik!
17.11.2024
Lebensgeister
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Manchmal sind es die kleinen Momente während einer Krebserkrankung, die so viel Bedeutung haben. Heute wollen wir wieder einen dieser wertvollen Augenblicke mit dir teilen. Weiter geht es mit der musika-lischen Geschichte von Maike. 🎶

»Ich wurde im Mai 2022 mit einem Hodgkin-Lymphom diagnostiziert und musste deshalb einen Großteil des Sommers 2022 im Krankenhaus verbringen. Obwohl ich auf viel Unterstützung von außen zählen konnte, fühlte ich mich dort sehr allein. Durch die Nebenwirkungen der Chemotherapie war ich schlapp, hatte Schmerzen und konnte mich kaum über einen längeren Zeitraum auf etwas konzentrieren. Manchmal hatte ich richtige Schwierigkeiten damit, gedanklich im Hier und Jetzt zu bleiben. Ich wusste nicht mehr, wo ich war, und driftete einfach in den Tunnel aus Schmerz und Leid ab.

Zum Glück gab es in der Klinik zwei wahnsinnig kompetente Psychoonkologinnen, die schnell erfassten, dass ich Unterstützung brauchte, um mental wieder zu Kräften zu kommen. Beinahe täglich kam eine der Psychologinnen zu mir. Wir machten gemeinsam Atem- und Konzentrationsübungen und suchten nach Möglichkeiten, mir meinen Krankenhausalltag zu erleichtern. Eine enorme Kraftquelle war für mich schon immer die Musik. Ich spiele Klavier, habe lange im Chor gesungen und schon als Kind in kleinen Musicals in der Musikschule mitgespielt. Durch meine körperlich schlechte Verfassung und die allgemein gedrückte Stimmung auf der onkologischen Station, wäre ich von alleine aber nie auf die Idee gekommen, musicalmäßig in meinem Krankenhausbett ein Liedchen zu trällern. Tatsächlich war es aber genau das, was letztlich verhindert hat, dass ich in meinem Tunnel aus Schmerz und Leid versunken bin. Eine der Psychologinnen brachte mir kurzerhand ein Keyboard auf mein Krankenhauszimmer. Es war ein älteres Modell und sicherlich klangen die ersten Songs, an denen ich mich versuchte, fürchterlich schief. Aber ich entdeckte, dass meine Stimme trotz angegriffenem Körper und Geist noch immer funktionierte. Sie war sogar erstaunlich laut und kräftig. Da meine Leukozyten sehr niedrig waren, musste ich den Anfang meines Krankenhausaufenthalts ohnehin in Umkehrisolation verbringen. Das heißt, dass ich keine Zimmernachbarinnen hatte, die sich an meinem Gesang hätten stören können.

Doch auch als ich aus der Isolation entlassen und in ein Dreibettzimmer verlegt wurde, durfte ich weiterhin musizieren. Meine Nachbarinnen freuten sich über die Gesangseinlagen und meine Lieblingskrankenschwester kam ebenfalls regelmäßig zu meinen kleinen Konzerten vorbei. In meiner Vorstellung wippten alle Patentinnen und Patienten auf der Station zu Nina Hagens »Du hast den Farbfilm vergessen« mit, wenn ich sang. Körperlich war das Singen und Spielen nach zwei bis drei Liedern meistens ein wenig anstrengend, aber ich fühlte mich dabei mental unglaublich gut. Wenn mir die Puste ausging, hörte ich einfach mit meinen Kopfhörern noch ein paar Songs und überlegte, was ich als nächstes auf dem Keyboard lernen könnte. So habe ich in der Musik einen Anker für mich gefunden, der mich immer wieder erdet, wenn ich dabei bin, mich selbst zu verlieren.

Hast du auch ein ganz besonderes Lied, das dir auch in schlechten Zeiten immer wieder auf die Beine hilft? Bei mir war es »The winner takes it all« von ABBA. Dabei betrachte ich mich als die Gewinnerin und meinen Krebs als den Verlierer!«

Hier spielt die Musik!
Lebensgeister: Ein tierischer Freund
16.10.2024
Lebensgeister
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Manchmal sind es die kleinen Momente während einer Krebserkrankung, die so viel Bedeutung haben. Heute starten wir mit unserer neuen Rubrik ›Lebensgeister‹. Sie bildet genau diese Situationen ab. Los geht es mit einer tierischen Geschichte von Nela.

»Ich muss bei dieser Geschichte etwas weiter ausholen, bevor der schöne Part kommt. Viele Patient:innen, die aufgrund einer Krebserkrankung behandelt werden, kennen dieses Gefühl: Es gibt diese Tage, an denen es einem einfach nur schlecht geht und an denen man kaum aus dem Bett kommt. So erging es mir im Sommer 2022 als ich meine erste Chemotherapie gegen den Darmkrebs erhalten habe. Da diese ordentliche Nebenwirkungen verursachte, hatte ich mich bei meinen Eltern eingenistet, die dankenswerterweise an den schwierigen Tagen ein Auge auf mich hatten. Relativ schnell stellte ich nach ein paar Chemozyklen fest, dass mir unser ehemaliger Hund Watson, ein Welsh Terrier, fehlte. Er hatte die Eigenschaft, die den Fellnasen gerne zugesprochen wird: Watson spürte, wenn es einem nicht gut ging.

Als es mir in besagtem ersten Zyklen so mies ging, sagte ich zu meinem Vater: ›Es wäre so schön, wenn Watson noch hier wäre. Er würde ab und an neben meinem Bett liegen und sich streicheln lassen. Ich vermisse ihn.‹ Wie schnell wir im Endeffekt zu unserem neuen Hund gekommen sind, das lasse ich an dieser Stelle mal unter den Tisch fallen, da es den Rahmen sprengen würde. 😄 Nur so viel: Als ich hörte, dass sich meine Eltern Welpen anschauten, war meine Begeisterung nicht die Größte. Warum? Vielleicht war meine Sichtweise etwas egoistisch, aber ich hatte Angst, dass ein junger Hund, der frisch von seiner Familie getrennt wurde, bei uns einen ziemlichen Aufstand veranstalten könnte. Und das alles, während ich im Bett lag, mich übergeben musste und einfach nur die guten Tage bis zur nächsten Chemo herbei sehnte. Nein, darauf hatte ich keine Lust.

Dementsprechend abweisend reagierte ich bei unserer ersten Begegnung. Als ich am Abend vor einem neuen Zyklus bei meinen Eltern ankam, saßen sie im Wohnzimmer und der Welpe lag ganz ruhig vor den Füßen meiner Mutter. Ich fand ihn zwar süß, hatte aber gar keine Ambitionen ihn zu streicheln. Dass Canio, ich nenne ihn Cani, mein Herz noch im Sturm erobern würde, hätte ich zu diesem Zeitpunkt nicht gedacht.

Nächster Tag: Chemo. Ich fiel sofort ins Bett und schlief immer mal wieder für ein paar Stunden. Nachts gelang mir das nicht gut. So auch in dieser. Meine Eltern wünschten mir wie immer eine gute Nacht und ließen die Tür zu meinem Schlafzimmer geöffnet, damit sie mich besser hören konnten, sollte etwas sein. Ich lag da, hatte eine kleine Lampe angeschaltet und hoffte einfach nur, dass die Nacht schnell rum sein würde.

Dann hörte ich im Flur tapsige Schritte. Plötzlich stand Cani neben meinem Bett. Er setze sich hin und starrte mich ein paar Minuten lang an. Dann legte er sich hin und schlief ein: Ganze zwei Stunden. Ich hab ihn die ganze Zeit beobachtet. Da war er, dieser Moment. Ich wusste, ich hatte einen neuen, tierischen Freund gefunden. Jemand, der mich aufmuntert, wenn ich traurig bin. Jemand, der mir ganz uneigennützig helfen würde, wenn ich es nicht schaffe, mein Essen aufzuessen. 😄 Ich bin sehr dankbar für dieses flauschige Wollknäuel. Cani macht mir so viel Freude und ist vor allem in den schlechten Zeiten mein kleiner Lebensgeist.‹

Ein tierischer Freund
Illustration eines Smartphones, aus dem eine Person heraus kommt und winkt.

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