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Hilfreiche Wegweiser für den Alltag mit Krebs

Themen
Therapiephase
Krebsart
Therapieform
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Eine Ärztin schaut sich mit einer Lupe die Bauchspeicheldrüse an.
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Zahlen & Fakten
Bauchspeicheldrüsenkrebs
November ist der Pankreaskrebs-Awareness-Month. 🙏 Die Bauchspeicheldrüse gehört zu den Organen, die uns eher unbekannt sind und doch leistet sie für uns großartige Arbeit.

Sie ist ca. 15–20 cm lang und liegt mitten in unserem Oberbauch zwischen Milz und Leber – etwa eine Handbreit über dem Bauchnabel.

Eine medizinische, simple Darstellung des menschlichen Körpers zur Verortung der Bauchspeicheldrüse.

Jeden Tag produziert sie für uns ca. 1,5 Liter Verdauungssaft mit verschiedenen Enzymen, die unserem Darm dabei helfen unsere Nahrung aufzuspalten. Außerdem ist die Bauspeicheldrüse für die Produktion der Hormone Insulin und Glukagon verantwortlich, die den Blutzuckerspiegel kontrollieren. Zwei lebenswichtige Funktionen also.

Bei Bauchspeicheldrüsenkrebs, der in Fachkreisen auch Pankreaskarzinom genannt wird, ist meist der Teil des Organs betroffen, der den Verdauungssaft herstellt. Mit etwa 3 % zählt die Erkrankung zu den seltenen Krebsarten in Deutschland, doch leider auch zu den gefährlichsten, da Symptome oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium auftreten. Es kann sich dabei z.B. um einen dumpfen Schmerz im Oberbauch, Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, Übelkeit oder eine neu diagnostizierte Zuckerkrankheit handeln.

Nach der Diagnose wird meist zuerst operiert und der betroffene Teil des Organs und die angrenzenden Lymphknoten entfernt. Chemotherapie und/oder Strahlentherapie schließen sich an, um die restlichen Tumorzellen im Körper zu bekämpfen.

Ursachen, Entstehung und alternative Therapiemethoden werden aktuell in vielen Studien und Forschungen weiter untersucht, mit der Zuversicht diese Krebsart bald besser zu verstehen und behandeln zu können.

Hast oder hattest du Bauchspeicheldrüsenkrebs? Wenn du magst, erzähle deine Geschichte bei uns und schenke Betroffene Mut. 🙏

Zahlen und Fakten über Pankreaskrebs
Viele verschiedene Formen von Brüsten
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Alltag
Brustkrebs
Die Beziehung zu deinen Brüsten. Abtasten, Ultraschall, Mammografie, Biopsie. Bestrahlung, OP. Wenn man mit einem Mammakarzinom diagnostiziert wird, sind die Brüste unter ständiger medizinischer Beobachtung. Nicht nur Ärzt:innen begutachten sie mit kritischem Auge, sondern auch man selbst.
Was sind meine Brüste?

In diesem ganzen Prozess kann es schnell passieren, dass man mit ihnen nur noch die Krankheit verbindet. Aber auch nach einer Krebsdiagnose sind Brüste noch so viel mehr als das Zentrum des Tumors. Sie zeigen Dir, wie stark du bist und stehen symbolisch für die Kämpfernatur, die in dir steckt. Sicherlich denkt man, dass man den Weg durch eine Krebstherapie nicht gehen kann. Jedoch zeigen einem die Brüste genau das Gegenteil. Aber ob man nun mit oder ohne die Brüste den weiteren Weg geht, so erzählen einem die Narben die Geschichte deines Lebens.

Die Beziehung zu den Brüsten.

Die Beziehung zu den eigenen Brüsten ist sicherlich für jeden unterschiedlich. Die einen haben eine sehr enge Beziehung zu ihren Brüsten, wohingegen andere vielleicht eine eher oberflächliche Beziehung führen. Der Bezug dazu verändert sich auch sicherlich mit den Jahren. So auch während einer Krebstherapie. Wo manche vielleicht keine Beziehung mehr mit ihren Brüsten haben möchten, akzeptieren wiederum andere die Brüste genau so, wie sie sind.

Die Brust verändert sich.

Aufgrund der Krebstherapie können Veränderungen eintreten, wie z.B. nach einer Mastektomie. Eine Mastektomie ist eine chirurgische Entfernung von Brustdrüsengewebes einschließlich des Tumors.

Ich habe mich im November 2023 für eine Mastektomie mit Wiederaufbau mit Silikonimplantaten entschieden und neben der optischen Veränderung der Brust hat sich auch mein Empfinden zur Brust verändert. Ich fand meine Brüste immer okay, jetzt nicht wahnsinnig toll, aber auch nicht schlecht. Jetzt sind die neuen Brüste anders und es wird noch ein Prozess sein, diese als meine zu akzeptieren. Sie fühlen sich anders an und sehen auch anders aus. Sie zeigen mir aber auch, wie stark mein Körper ist. Und darauf bin ich sehr stolz.
Erfahrungsbericht: Ich und meine neuen Brüste
Eine Person die sich die Hand einer anderen an die Wange hält.
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Gefühle & Achtsamkeit
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Heute ist Valentinstag. Für viele bedeutet dieser Tag die Zelebrierung der Liebe, für andere steht er ein für unser heutiges übermäßiges Konsumverhalten und für einige wiederum ist der 14. Februar ein Tag wie jeder andere. Wir finden, an einem Tag, der für die Liebe steht, sollte man eine Liebe nicht außer Acht lassen: die Liebe zu sich selbst. Denn egal, wie man zum Valentinstag steht, die Selbstliebe kann – unserer Meinung nach – nicht oft genug gefeiert werden.

Was hat nun die Liebe mit dem Krebs zu tun? Während, nach oder mit einer Krebserkrankung kann die Liebe auf den Prüfstand gestellt werden. Betroffene und Angehörige berichten oft von Distanzierungen zu geliebten Menschen oder auch ganz im Gegenteil, eine (neue) tiefere Verbundenheit durch die Erkrankung. Und auch die Beziehung zu einem selbst kann eine Achterbahnfahrt der Gefühle durchlaufen: von Anspannung, über Befremdung, über Neufindung und Selbstempathie. Eine Krebserkrankung lässt alle Betroffenen und Angehörigen an ihre Grenzen kommen – nicht nur körperlich, sondern auch emotional.

Hierfür Raum für Verständnis, Vergebung und Akzeptanz zu schaffen ist nicht immer leicht. Doch es kann sich lohnen, dies zu wagen. Wie schaffe ich nun diesen Raum? Selbstliebe praktizieren kann ein Weg sein. Fällt es dir schwer? Dann gehe kleine Schritte auf dich zu. Nutze den heutigen Tag, um deine Liebe zu dir selbst zu zelebrieren. Gönne dir heute ein Date mit dir, indem du dir etwas Gutes tust – vielleicht ein Wellness-Abend, ein leckeres Abendessen oder ein kleines Geschenk nur für dich? 🎁

Die Liebe und der Krebs
Eine Krebszelle mit Weihnachtsmütze steht auf einem Berg Spekulatius.
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Ernährung
Alle Krebsarten
Stell dir vor, du willst in deinen Cupcake beißen und schon tönt es von links: »Iss das nicht ­– Krebszellen ernähren sich von Zucker!«. Wie oft musstest du dir sowas schon anhören und hast genervt den Cupcake beiseitegelegt? Wie oft wussten es die Anderen besser und meinten es nur gut?

Fördert Zucker das Krebswachstum? 🍰🔬

🥗 Eine ausgewogene und gesunde Ernährung ist zweifellos sehr wichtig. Dennoch führt der Verzehr eines Cupcakes nicht automatisch zur Förderung des Krebswachstums. Krebs ist eine multifaktorielle Krankheit, bei der viele Einflüsse – einschließlich genetischer Veranlagung, Umweltfaktoren und Lebensstil – eine Rolle spielen.

🥖 Solltest du generell auf Kohlenhydrate verzichten?

Wenn du den Verzehr von Kohlenhydraten in Form von Brot, Nudeln, Kartoffeln, Reis, Obst etc. stark einschränkst (ketogene Diät), wirkt sich das nicht positiv auf das Überleben und Wiedererkranken bei Krebs aus. Krebsgesellschaften raten daher von dieser Krebsdiät ab. Außerdem spielen Kohlenhydrate neben Fett die wichtigste Rolle für die Deckung deines Energiebedarfs. Eine stark kohlenhydratarme Ernährung kann deshalb zu einer zu niedrigeren Energiezufuhr und zu Gewichtsverlust führen, was deine Prognose verschlechtern kann. Du solltest also nicht generell auf Kohlenhydrate verzichten.

🍫 Was ist mit zugesetztem Zucker?

Der einzige bisher belegte (indirekte) Zusammenhang zwischen Zucker und Krebs besteht darin, dass ein hoher Zuckerverzehr zu Übergewicht führt und dadurch das Risiko erhöht wird, an bestimmten Krebsarten zu erkranken. Zugesetzten Zucker (z.B. unseren Haushaltszucker) darfst du auch bei Krebs in kleinen Mengen essen. Ein häufiger und zu hoher Verzehr ist aber weder während noch nach deiner Erkrankung empfehlenswert.

👫 Greif also bei deiner nächsten Familienfeier mit Genuss zu einem Cupcake.

Der Krebs und der Zucker
Männlich gelesene Person die sich ans Herz fasst und die Augen geschlossen hat
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Alltag
Alle Krebsarten
Die Diagnose, die Therapiezeit, die Zeit nach der Behandlung ist eine reine Berg- und Talfahrt. Es gibt gute und es gibt schlechte Zeiten. ­Gefühle überwältigen und ­Situationen überfordern dich vielleicht.

Wie geht man mit dieser neuen Realität um? Wie steht man zu seiner Erkrankung – zu seinem Krebs? Wie spreche ich über den Krebs mit anderen? Wie ­spreche ICH mit dem Krebs? Sprache ist Macht und unsere Gedanken ­haben viel Einfluss auf unser ­Wohlbefinden, wie wir die Umwelt wahrnehmen und wie wir handeln. Daher ist es wichtig – besonders für unsere mentale Gesundheit – einen ­achtsamen Umgang mit unserer Krankheit, unserem Krebs, zu ­trainieren.

Die kämpferische Rhetorik

Für viele ist der Krebs ein ›Feind‹ im eigenen Körper. Einen, den man ›vernichten‹, ›ausrotten‹ oder ›zur Strecke bringen‹ möchte. Der Krebs gehört unweigerlich zu unserem Körper – er ist aus unseren (gesunden!) Zellen entstanden und durch das Zusammenspiel von bedauerlichen Faktoren sind diese gesunden Zellen entartet. Die Schuld liegt bei niemandem! Die Tatsache können wir nun nicht mehr ändern. Doch wie wir mit dem Krebs sprechen und darüber denken schon. ­Warum also etwas bekämpfen wollen, was doch aus uns entstanden ist? Tatsächlich gibt es Argumente, die für eine positive Kraft hinter der Kampf-Rhetorik sprechen. Zunächst kann diese Rhetorik viel Energie freisetzen, um die Therapie anzugehen. Sie dient zur intrinsischen Motivation, die Achterbahnfahrt der Gefühle, die Schmerzen und das Leid zu überstehen und zu überleben. Die kämpferische Haltung erweckt den Schein von Kontrolle, welche wir bei der Diagnose unfreiwillig verloren haben. Die Dissoziation mit dem Krebs ist eine psychologische Stütze und kann bei der Heilung helfen. Der Krebs ist dann etwas, was ›nicht zu mir gehört‹ und was ich demnach auch wieder ›loswerden‹ kann. Die Problematik in der Kampf-Rhetorik: Die Annahme, dass die Krebserkrankung etwas ›Fremdes‹ ist, was uns passiert ist, kann für die Selbstreflexion hinderlich sein und die Einflussnahme über die Faktoren, die wir aktiv in unserem Leben beeinflussen können, um gesund zu werden und bleiben, vermindern.

Die achtsame Rhetorik

Andere wiederum sehen die Krebserkrankung als ein Warnsignal, eine Pausetaste oder auch die Notbremse – was will die Erkrankung uns vielleicht mitteilen? Zu viel Stress im Alltag, ein ungesunder Lebensstil, Unzufriedenheiten? Wie finde ich –heraus, was diese Nachricht sein soll? Reflexionsübungen, Selbstliebe und Selbstfürsorge sind hier hilfreiche Werkzeuge, um für sich vielleicht eine Antwort zu finden. Eine Beziehung zu sich und seinem Körper aufbauen und die eigenen Bedürfnisse erkennen und zu ­erfüllen sind hier wichtige Faktoren, die zu einem gesunden Mindset führen. Auch die achtsame Rhetorik kann ihre negative Seite haben: Wenn die positive Einstellung zur ­Krebsbehandlung sich in ein toxisch-­positives Mindset wandelt. Die Gefahr hierbei ist, die lebensbedrohliche Situation herunterzuspielen oder gar komplett zu verleugnen. Dies kann folgenschwere Konsequenzen haben. Wie kann das vermieden werden? Indem alle Gefühle in uns Akzeptanz und Gehör bekommen. Negative Gefühle haben ihre Berechtigung und auch mit ihnen kann man einen achtsamen Umgang trainieren.

Wie spreche ich über/mit dem Krebs?
Eine Frau hält vor ihrem Bauch eine abgelaufene Uhr, die Menopause ist eingetreten
Tipp
Nebenwirkungen
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Die Wechseljahre sind etwas, mit dem sich die wenigsten von uns vor dem 40. Geburtstag auseinandersetzen wollten beziehungsweise diese auf dem Schirm hatten. Erkrankst du allerdings an Krebs, ist es möglich, dass bei dir durch die Krebstherapie Wechseljahre und deren Symptome ausgelöst beziehungsweise herbeigeführt werden können.

Diese Wechseljahresbeschwerden können bleiben, aber auch wieder verschwinden. Das ist abhängig von deiner Krebsart, der weiteren Behandlung samt Medikation und wie gut dein Körper eine intensive Therapie vertragen hat. Darauf, dass dein Körper eine Krebstherapie überhaupt ertragen hat, kannst du schon einmal stolz sein! Jeder Körper ist natürlich individuell und hat mehr oder weniger Symptome – sowohl während der Therapie als auch danach. Einige der Wechseljahr-Symptome und Tipps, die im Umgang damit helfen können, möchten wir heute vorstellen:

🥴 Stimmungsschwankungen

In einem Moment bist du noch gut gelaunt und plötzlich könntest du vor Wut platzen. Das kann an mangelnden Progesteron (ein natürliches Sexualhormon, das zur Regulation von Schwangerschaft, Menstruation und Geburt existiert) liegen. Um zu überprüfen, ob das bei dir der Fall ist, kannst du deine:n Gynäkolog:in darum bitten, einen Bluttest zu veranlassen. Progesteron kann man sich dann verschreiben lassen, wenn das nicht mit deiner Therapie kollidiert. Es ist auch vollkommen okay, während und nach einer Krebserkrankung »launenhaft« zu sein. Wenn du nicht jetzt dazu das Recht hast, wann bitte dann?!

Aspekte, die aber zu besserer Laune beitragen können, sind:

Ausreichend Schlaf und Ruhepausen

Gesunde Ernährung

Wenig Alkohol, aber viel Wasser

Selbstfürsorge und Pflege

🚽 Inkontinenz

Durch einen möglichen Östrogenmangel kann es zu einer Beckenbodenschwäche kommen, selbst wenn du zuvor gar keine Probleme mit der Kontinenz hattest, da der Beckenboden erschlafft. Auch eine Geburt oder Übergewicht können Inkontinenz verstärken.

Was kannst du tun?

Beckenbodentraining

Urolog:in aufsuchen und weiteres Vorgehen besprechen

Physiotherapie (auf Beckenboden spezialisiert)

Östriolsalbe (zuvor mit dem Arzt/der Ärztin absprechen)

Gewichtsabnahme bei Übergewicht

🦴 Gelenk- und Knochenschmerzen

Manche klagen über chronische Schmerzen und Beschwerden in den Muskeln und Gelenken, die sich bei Schlafmangel, Stimmungsschwankungen und Hitzewallungen verschlimmern können. Ausgelöst werden die Schmerzen durch mangelndes Östrogen, welches uns eigentlich unempfindlicher gegen Schmerzen macht. Fibromyalgie (eine chronische Schmerzerkrankung), Arthrose (ein Verschleiß der Gelenke) oder Arthritis (eine entzündliche Gelenkerkrankung) können die Folge sein. Durch den Östrogenmangel ist ein Abbau der Knochen ebenfalls denkbar.

Folgendes kannst du aktiv dagegen tun:

In Bewegung bleiben und sporteln

Kraftsport und Sport mit Eigengewicht zur Förderung der Knochengesundheit

Knochendichtemessung in der Radiologie

Calcium und Vitamin D einnehmen

Wenig Alkohol- und Nikotingenuss, möglichst gar nicht

🛌 Keine bis wenig Lust auf Sex

Die Lust auf Sex hält sich in Grenzen, wenn man danach Jucken und Brennen verspürt beziehungsweise Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs hat, weil man unter Trockenheit leidet, da sich die vaginale Schleimhaut abbaut. Nach langer Abstinenz während der Therapiezeit, kann der erste Sex auch wehtun. Hierbei können Übungen mit zum Beispiel einem Dildo zuvor Abhilfe schaffen. Zudem kann eine Hormonsalbe mit Östriol/Estriol helfen und ist auch für Frauen mit hormonabhängigen Krebs geeignet, da die Menge an Östriol, die in den Körper übergeht, sehr gering ist.

🌡️ Hitzewallungen

Eine Hitzewallung kann zwischen 2–3 oder gar 30 Minuten andauern. Wenn es nur bei einer bliebe … Sie treten aber öfter auf, bei manchen Tag und Nacht, sind unterschiedlich stark und können auch Gelenkschmerzen, hohen Blutdruck, Depressionen und einen hohen Cholesterinspiegel begünstigen. Die gute Nachricht ist: Es wird oft besser je länger die Therapie zurückliegt. Und was kann man tun?

Dazu haben wir uns mal in der Redaktionssitzung Gedanken gemacht und Tipps ausgetauscht, die wir euch nicht vorenthalten wollen:

Taschentücher und einen Fächer dabei haben

Tabletten abends nehmen

Tabletten auf homöopathischer Basis, zum Beispiel Equinovo

Klimaanlage im Auto anstellen

Mit Wasser die Handgelenke kühlen

Bei Therapie: Wasser auf die Glatze 😉

Geduld mit sich haben

Kommunizieren, was los ist

Tipps im Umgang mit künstlichen Wechseljahren
Sonnenbrille, Wassermelonen und Sonne bei schönem Wetter
Tipp
Zahlen & Fakten
Hautkrebs
Tipps zur Hautkrebsvorbeugung mit der ABCDE-Regel.
  1. Anziehen: Kleidung und Kopfbedeckung bieten den besten Schutz.
  2. SonnenBrand vermeiden, da jeder Sonnenbrand das Hautkrebsrisiko erhöht.
  3. Creme alle unbedeckten Körperstellen mit Sonnencreme ein.
  4. Deodorants, Parfüms und Kosmetika beim Sonnenbaden nicht verwenden.
  5. Auf exzessive Sonnenbäder verzichten.
  6. Früherkennung alle zwei Jahre ab 35 Jahren.

Nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums erkranken jedes Jahr etwa 30.000 Menschen an schwarzem Hautkrebs. Was diese Krebsart so gefährlich macht ist, dass sich der Krebs rasch über die Lymph- und Blutbahnen im Körper ausbreiten kann und in anderen Organen Metastasen gebildet werden können. Rechtzeitig erkannt ist Hautkrebs aber in den meisten Fällen heilbar. Daher ist die regelmäßige Hautkrebs-Vorsorge bei einer Hautärztin oder einem Hautarzt so wichtig. Dieses Screening ist ab 35 Jahren sogar kostenfrei und sollte alle zwei Jahre stattfinden.

Tipps zur Hautkrebsvorbeugung
Die Verschiedenen Formel schweben auf einem lila Hintergrund.
Info
Zahlen & Fakten
Brustkrebs
Sind alle Tumormerkmale untersucht (siehe unseren Post zu der Klassifikation von Brustkrebs), wird ermittelt in welchem Stadium sich der (die) Tumor(e) befindet (befinden). Das nennt man das »Staging«. Die Grundlage für eine Therapieentscheidung ist daher eine TNM-Klassifikation. Das verraten die Kürzel eurer Tumorformel:

T = die Größe des Tumors in Zentimetern

N = Lymphknotenbefall (Anzahl und Lokalisation)

M = Vorliegen oder Fehlen von Metastasen

R = eventuell zurückgebliebene Tumorreste

L = Einbruch in Lymphgefäße

V= Ausbreitung von Krebszellen in Blutgefäßen

Zu den Klassifikationen können noch weitere Angaben gemacht werden. Das steckt hinter den Abkürzungen:

c aus dem Englischen »clinical« = klinisch, Ergebnisse wurden durch bildgebende Verfahren (z. B. CT oder Ultraschall) ermittelt.

p aus dem Englischen »pathological« = pathologisch, das Gewebe wurde im Labor untersucht und bestimmt

r = Tumor ist erneut aufgetreten (Rezidiv)

Tis/Cis = Krebsvorstufe/ Frühstadium

X = Merkmal konnte nicht beurteilt werden

Y = Tumor wurde bereits behandelt (z. B. vorab mit Chemotherapie)

Daraus ergeben sich unendlich viele Möglichkeiten. Daher gibt es auch Unterschiede im Behandlungsplan.

Was steckt hinter der Tumorformel?
Zwei Nieren und ein Stethoskop.
Info
Zahlen & Fakten
Nierenkrebs
Im März soll das Bewusstsein für verschiedene Krebsarten geschaffen werden. Wir widmen uns in diesem Beitrag dem Nierenkrebs.

Im Gegensatz zu anderen Tumorerkrankungen, tritt Nierenkrebs relativ selten auf. Laut des Robert-Koch-Instituts erkranken hierzulande jährlich knapp 14.000 Menschen daran. Davon sind etwa 8.864 Männer und circa 5.136 Frauen betroffen. Das »Nierenzellkarzinom« ist die häufigste Form und zählt zu den bösartigen Nierentumoren. Fünf Prozent aller Tumore sind gutartig. Zu ihnen gehören beispielsweise »Onkozytome« und »Papilläre Adenome«.

🩺 Symptomatik

Die Anzeichen zu erkennen ist gar nicht so leicht. Die Symptome können einen anderen Ursprung haben. Ständige Müdigkeit, Übelkeit, Blutarmut und Verwirrtheit können auf Nierenkrebs hindeuten, aber auch andere Ursachen haben. Deswegen ist es wichtig, sich untersuchen zu lassen. Zu Beginn der Erkrankung bringen Nierenkarzinome nur selten Beschwerden mit sich. Je größer der Tumor ist, desto mehr Probleme bereitet er. Schmerzen im Bereich der Nieren und Urin im Blut können dazugehören.

Das Gute ist, dass 70 Prozent aller Nierenkarzinome zufällig bei einer Routineuntersuchung per Ultraschall entdeckt werden.

🔬 Ursachen

Wieso Patient:innen an Nierenkrebs erkrankt sind, lässt sich oft nicht mehr nachweisen. Als Risikofaktoren gelten Übergewicht, Bluthochdruck und Rauchen.

💊 Behandlung

Beschränkt sich der Tumor ausschließlich auf die Niere, so kann dieser durch eine Operation entfernt werden. Hat der Krebs gestreut, werden eine Immuntherapie und eine zielgerichtete Therapie eingesetzt.

Wie bei allen Krebsarten gilt auch hier: Je früher der Tumor entdeckt wird, desto größer ist die Chance auf Heilung.

Unser Tipp …

Lass uns nicht nur über Nierenkrebs sprechen, sondern auch denen zuhören, die davon betroffen sind: Lerne Alexandra (37) und Tatjana (34) kennen – sie teilen ihre ganz persönliche Geschichte.

Nierenkrebs-Monat
Eine Frau in einem weißen T-Shirt mit dunklen Haaren jongliert mit verschiedenen Sorten Gemüse wie Karotten, Kohl und Tomaten.
Tipp
Ernährung
Alle Krebsarten
🍅 Du sitzt abends auf der Couch, als dir auffällt, dass du heute nur ein paar Tomaten zum Frühstück gegessen hast? Du weißt, dass Gemüse gesund ist, aber dir fällt es echt schwer, mehr davon zu essen? Damit bist du nicht allein. Hier kommen ein paar Tipps, die dir helfen, ein Gemüsefan zu werden.

📝 Mit Plan geht‘s leichter

Plane dir für die Woche zwei bis drei Hauptgerichte ein, die du kochen willst und die Gemüse als Komponente enthalten. Koche von den Gerichten eine größere Portion, sodass du am nächsten Tag auch davon essen kannst. Du bist bequem, wenn‘s ums Schneiden geht? Dann nimm Tiefkühlgemüse als Alternative. Das kann mehr Nährstoffe als frisches Gemüse haben, da es direkt nach der Ernte eingefroren wird und so die Nährstoffverluste minimiert werden.

🍳 Suche Gerichte, zu denen Gemüse passt

Du liebst dein Rührei am Morgen? Dann mach noch ein paar Pilze oder Paprika dazu. Du magst Brot? Wie wäre es mit einem Gemüseaufstrich? Du liebst Wraps? Befüll ihn nicht nur mit Salat, sondern auch mit Rotkraut, Paprika und Kichererbsen. Du isst gerne Nudeln mit Bolognesesoße? Schneide dir noch Karotte, Paprika, Fenchel und Zucchini rein.

⏰ »Aber Gemüse dauert so lange in der Zubereitung.«

Ja, die Zubereitung dauert länger als nur eine Packung Nudeln in den Topf zu werfen. Wenn du Gemüse zubereitest, mache am besten gleich eine größere Menge, sodass du nur einmal einen höheren Zeitaufwand hast. Mache aus Karotten zum Beispiel einen Karottensalat, einen Karottenaufstrich mit Nüssen oder Karotten-Frikadellen.

Eine Frau hält einen Teller mit Brokkolicreme und unterhält sich mit einer Frau, die einen pinken Turban und eine Schüssel mit Kartoffelcreme trägt.

👭 Du isst gerne mit deiner Familie oder Freunden zusammen?

Wie wäre es mit einer Gemüseparty, bei der jeder Gast ein Gemüsegericht mitbringt? Du wirst überrascht sein, was man aus Gemüse leckeres zubereiten kann.

Übrigens…

Die empfohlene Menge an Gemüse sind drei Portionen am Tag. Eine Portion entspricht ein bis zwei Handvoll.

Die empfohlene Menge an Gemüse sind übrigens drei Portionen am Tag. Eine Portion entspricht ein bis zwei Handvoll.

Vom Muffel zum Fan – So schaffst du es, mehr Gemüse zu essen
Eine junge Frau hält sich den schmerzenden Kiefer
Tipp
Ernährung
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Kau- und Schluckbeschwerden sind eine häufige Nebenwirkung, die durch den Tumor selbst oder die Krebstherapie auftreten können. Wenn Essen und Trinken plötzlich weh tun oder schwerfallen, kann das sehr belasten und die Nahrungsaufnahme stark einschränken. Wir geben dir ein paar Erste-Hilfe-Tipps, um mit dieser Situation besser umzugehen.

⚠️ Folgen der Beschwerden

Solltest du merken, dass dir das Kauen und Schlucken schwerfällt, solltest du unbedingt mit deinem Behandlungsteam sprechen. Unbehandelt können diese Beschwerden zu einem Gewichtsverlust führen, der gerade während der Krebstherapie nicht wünschenswert ist, da sich dadurch das Risiko für eine Mangelernährung erhöht.

🍴 So kannst du dir das Essen leichter machen:

Konsistenz anpassen: Je nachdem wie ausgeprägt deine Beschwerden sind, muss die Konsistenz der Speisen individuell angepasst werden, wobei dir dein Behandlungsteam/Logopäde hilft. Möglich sind weiche, pürierte oder cremige Speisen wie Suppen, Pürees, Smoothies oder Milchshakes.

Vorsicht bei trockenen und harten Speisen: Knuspermüsli, Nüsse oder Nudeln ohne Soße können dir Probleme bereiten. Passe die Konsistenz an und achte darauf, dass eine homogene Konsistenz besteht.

💡 Unsere Tipps:

Statt Knuspermüsli mit Milch und Beerenobst 👉 Grießbrei mit Obstmus
Statt Nüsse 👉 Nussmus
Statt Nudeln ohne Soße 👉 sehr weichgekochte Nudeln mit viel Soße

Nutze Saucen und Fette: Sie machen Speisen gleitfähiger. Verwende einen Schuss Öl, etwas Butter oder Sahne.

Kleine Portionen essen: Mehrere kleine Mahlzeiten sind oft bekömmlicher als drei große Hauptmahlzeiten. Ein Teelöffel statt einem Esslöffel zum Essen bringt zudem eine besser schluckbare Menge in den Mund.

Ausreichend trinken: Flüssigkeit hilft beim Schlucken und hält die Schleimhäute feucht – zum Beispiel stilles Wasser und milde Tees.

🥤Wenn das Essen nicht mehr reicht ...

Bei ausgeprägten Beschwerden kann Trink- oder Zusatznahrung helfen, deinen Energie- und Nährstoffbedarf zu decken. Lass dich dazu von deinem Behandlungsteam oder einer zertifizierten Ernährungsfachkraft beraten – gemeinsam findet ihr die beste Lösung für dich.

Kau- und Schluckbeschwerden: Wenn Essen zur Herausforderung wird
Mann der sich bedacht, mit geschlossenen Augen ans Herz fasst
Tipp
Gefühle & Achtsamkeit
Alle Krebsarten
Wie kann ich mehr Verständnis für die Folgen meiner Krebserkrankung schaffen? 🤔

Das ist gar nicht so einfach, wie man vielleicht denkt! Denn, wenn die Haare wieder wachsen, denken Angehörige und Freunde direkt, dass alles wieder gut ist. Falsch gedacht!

Um Verständnis in dein Umfeld zu bringen, bedarf es Geduld und Zeit. Du kannst nicht erwarten, dass deine Freunde und deine Familie sofort verstehen, wie du dich als Betroffene:r fühlst.

Dabei ist es wichtig, mit deinen Lieben offen über deine Gedanken und Gefühle sprechen zu können. Ihr könnt euch gemeinsam in die Patientenakte einlesen, Infomaterialien wie die blauen Ratgeber lesen, die man meistens im Krankenhaus dazubekommt und euch generell mit den Nebenwirkungen und dem Leben nach Krebs auseinandersetzen.

Deine Lieben können keine Gedanken lesen, was die Kommunikation miteinander umso wichtiger macht. Auch wenn es dir vielleicht schwerfällt, versuche offen über deine Bedürfnisse zu sprechen. Zwingen kann man niemanden, doch wenn du nicht kommuniziert, kannst du auch keine Veränderung und kein Verständnis von deinem Umfeld erwarten. ☝️

Unsere sechs Tipps, für mehr Verständnis:

  • offen über Gedanken und Gefühle sprechen
  • Gemeinsam in der Patientenakte einlesen
  • Den Arzt hinzuziehen und befragen
  • Austausch mit Betroffenen oder Angehörigen
  • Infomaterialien durchlesen
  • Kommunikation
Ein verständnisvolles Umfeld schaffen
Ventilator der bläst
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Alltag
Alle Krebsarten
Abkühlung gefällig? Draußen sind über 30 Grad im Schatten und dir tropft der Schweiß schon von der Nasenspitze? Deine Chemotherapie oder die damit einhergehende Hormonumstellung beziehungsweise der Hormonentzug sorgt zusätzlich für mehrere belastende Hitzewallungen am Tag?

Dann keine Sorge: Du bist nicht allein! Der Körper ist während der Chemotherapie generell geschwächt und Probleme mit dem Kreislauf können durchaus zu Störungen in der Temperaturwahrnehmung führen. So kann es sein, dass du im einen Moment einen Schweißausbruch hast und im nächsten zu Frösteln beginnst. Teile solche Symptome aber unbedingt deinen Betreuer:innen mit, denn es ist für jede Pflegekraft wichtig zu erfahren, wie du auf die Medikamente reagierst. Einige einfache Tricks können dir helfen, um deinen Körper bei einer Hitzewallung oder an einem heißen Tag wieder herunterzukühlen:

1

Kalte Wickel oder ein kaltes Fußbad 👣
Halte eine große Schüssel mit kaltem Wasser bereit, in die du deine nackten Füße bis zur Wade hineintauchen kannst. Alternativ tauche einige Tücher in kaltes Wasser ein und wickle sie um deine Waden. Umschlinge die Wickel mit einer trockenen Schicht aus Handtüchern. Durch die Kälte ziehen sich die Blutgefäße zusammen, was zusätzlich zu einem Abbau unnötiger Flüssigkeit führt. Hast du also Wasser oder Ödeme in den Beinen, so ist diese Methode nicht nur zur Kühlung, sondern auch zur Linderung geeignet.

2

Kühlen Kopf bewahren – im wahrsten Sinne des Wortes!
Ähnliche Methoden kannst du zur Abkühlung im Gesicht und auf dem Kopf nutzen. Ein nasser Waschlappen auf der Chemo-Glatze oder im Nacken wirkt manchmal wahre Wunder. Ein Handtuch, das du vorher einige Minuten ins Gefrierfach gelegt hast, funktioniert genauso gut.

3

Wasser, Wasser, Wasser 🌊
Natürlich ist es bei einer solchen Hitze wichtig viel zu trinken, um den Flüssigkeitsverlust durch das Schwitzen auszugleichen. Achte darauf, kein eiskaltes Wasser zu dir zu nehmen, da dies den Körper zusätzlich stresst. Das kühle Nass kann aber auch helfen, wenn du es dir bei einem kurzen Spaziergang, der doch anstrengender wurde als erwartet, über die Handgelenke oder die Glatze gießt. Achte jedoch darauf, schnell wieder trocken zu werden, damit du dich nicht erkältest.

4

Mut zum Fächer 🪭
Ich weiß, es klingt nach dem Tipp einer älteren Dame, die gerne in die Oper geht. Aber sich selbst mal ein wenig Luft ins Gesicht fächeln, kann wirklich guttun. Auch ein Ventilator (oder die Mini-Version für unterwegs) kann durch den erfrischenden Luftstrom sehr angenehm sein. Allerdings wirbelt ein Ventilator auch Keime und Staub auf – kläre die Nutzung also bitte mit deinen Ärzt:innen ab!

5

Die Haut feucht halten
Bemerkst du, dass deine Haut durch das ständige Schwitzen austrocknet, dann halte unbedingt mit Hautcreme dagegen! Mein Geheimtipp für trockene Haut: Eine Lotion mit Harnstoff (auch Urea genannt), da dieser Stoff feuchtigkeitsbindend ist. Für das Gesicht tun es auch gerne mal ein paar Gurkenscheiben – vor allem, falls du gerade ein paar Minuten in der Sonne warst. 🥒 Hier gilt natürlich immer: Sonnencreme nicht vergessen!

Wie bleib’ ich cool im Sommer?
Zwei Handpaare halten sich gegenseitig liebevoll.
Tipp
Angehörige
Alle Krebsarten
Kopf hoch, du schaffst das! Du bist so stark! Bleib positiv! Schau mal, wie viel du schon hinter dich gebracht hast! Ja, das sind alles lieb gemeinte Durchhalteparolen, die aber leider – und das werden viele vom Krebs Betroffene so unterschreiben – kaum bis gar nicht helfen. Zeit, mal darüber zu reden!

Erkrankt ein Mensch, der einem dazu auch noch am Herzen liegt, an Krebs, dann wird es sehr schwer. Für alle, die damit zu tun haben, ob un- oder mittelbar. Denn einen Umgang mit der Krankheit zu finden, ist für keinen einfach. Natürlich aus unterschiedlichen Gründen. Wir wollen uns heute aber mal den Angehörigen widmen und vielleicht ein paar Möglichkeiten finden, wie jeder einen Weg finden kann, mit der Krankheitssituation umzugehen. Im besten Fall irgendwann sogar ganz gut gemeinsam.

Keine Worte? Kein Problem!

Fangen wir von vorn an. Wenn die Diagnose aufgenommen und den Lieben mitgeteilt wird. Auch für Angehörige ist die Diagnose ein niederschmetternder Schlag in die Magengrube, auch wenn sie nicht deshalb akut um ihr Leben fürchten müssen. Aber in diesem Moment passiert auf der emotionalen Ebene auch ganz viel: Überraschung, Überforderung, Sorge, Angst. Alles in verschiedenen Abstufungen – gemessen an der Zeit, die es braucht, um alles zu realisieren. Bei allen Gefühlen in diesem Moment fehlt es an einem: Worten. Während der Kopf gleichzeitig wie verrückt und die Frage rattert, was denn jetzt die darauf beste Reaktion ist, die bestenfalls gleichzeitig tröstet. Um das alles mal abzukürzen: Die gibt es nicht. Alles, was in diesem Moment gefühlt wird, darf sein. Und es ist okay, das auch genau so zu sagen. Ein »Puh, das haut mich gerade total um, ich weiß nicht was ich sagen soll« ist total in Ordnung. Für den an Krebs erkrankten Menschen geht es zu diesem Moment meist nur um die Information. Ehrlichkeit schafft Empathie. Langes Nachdenken führt im Zweifel nur zu den oben genannten Phrasen – die am Ende vielleicht sogar ärgern. Vielleicht hilft hier auch gerade eine wortlose Umarmung oder ein leichter Händedruck mehr. Da aber nicht jeder in dieser Situation körperliche Nähe ertragen kann, lohnt es sich vorher zu fragen. Und ein »Magst du eine lange Umarmung?« löst die Sprachlosigkeit.

Was braucht es nun?

Neben dem Kampf gegen den Krebs bleibt nicht sehr viel Raum für alles andere. Und doch läuft das Leben ja irgendwie weiter. Praktische Hilfen sind ein Gamechanger und wirklich gut zu leisten. Einkaufen gehen, Kochen, im Haushalt helfen, um Kinder kümmern, Haustiere versorgen, Fahrdienste und Begleitungen zu Terminen, all das ist eine riesige Hilfe. Denn nach einer OP ist die Bewegung stark eingeschränkt und in einer Chemo- oder Strahlentherapie wird vieles sehr schnell zur riesigen Kraftanstrengung. Tipp: Vor der Behandlung zusammensetzen und planen. Denn dann gehen einige Sachen im Laufe der Therapie einfacher von der Hand, wenn vorher festgelegt ist, wo Unterstützung nötig ist. Und nebenbei ist dabei auch noch Raum für Trost. Wichtig ist aber, die Hilfe aktiv anzubieten, am besten mit konkreten Angeboten. Ein »Ich bin da, wenn du etwas brauchst. Melde dich jederzeit.« ist etwas, was die erkrankte Person wieder in einen Handlungszwang setzt. Und ganz ehrlich? Sie hat gerade schon genug zu tun. Oft wird dieses Angebot aus reiner Hilflosigkeit gemacht. Dabei muss das gar nicht sein, denn Hilfe kann so unkompliziert sein. Zum Beispiel die Frage, ob genug Kraft für einen Spaziergang da ist.

Eine volle Einkaufstüte mit Gemüse, Obst, Brot und Milch.

Vier Ohren hören mehr

Apropos Fahrdienste und Begleitungen zu Terminen. Diese Hilfestellung ist nicht zu unterschätzen. Denn Arzttermine sind oft überfordernd. Schon für gesunde Menschen. Da werfen Ärzte mit Wörtern um sich, für die dann oft kaum Zeit bleibt, um sie zu erklären. Manche Patienten haben vielleicht auch Hemmungen, dann genau nachzufragen. Denn – let’s face it – das ist alles ganz schön überfordernd. Da hilft es sehr, eine Person mitzunehmen, die zuhört, auch mal nachfragt und später hilft, alles irgendwie einzuordnen. Vielleicht gibt es im Vorfeld sogar die Möglichkeit, mit der Begleitperson den Termin vorzubereiten. Sich schon mal ein paar Fragen zu notieren, damit niemand am Ende aus diesen Terminen mit dem Gefühl herausgeht, dass man irgendwas vergessen hat.

Übrigens, das gilt nicht nur für Arzttermine, sondern auch für Termine bei einer Sozialberatung. Denn im Dschungel von Anträgen und Möglichkeiten verliert es sich als belastete Person nochmal viel leichter.

Trost vs. Hilfe

Auf der Suche nach Unterstützungsmöglichkeiten wird oft von »Hilfe« gesprochen. Nicht zu unterschätzen ist allerdings im täglichen Leben eine gute Portion Trost, denn er kann in Momenten ein gutes Gefühl oder eine kleine Ablenkung bieten. Denn Krankheiten können einsam machen. An Krebs zu erkranken ist, wie auf einer einsamen Insel zu sitzen, an der ab und an mal ein Schiff anlegt. Man muss viel aushalten – körperlich und seelisch. Deshalb ist Trost so wichtig. Jede Nachricht, jeder Gedanke – mag es noch so klein oder kurz sein – tun gut. Das nimmt keine Ängste oder lindert Schmerzen, aber es schafft eine kurze Ablenkung oder auch die Anerkennung des eigenen Leidens und der gerade eben mehr als miesen Situation. Trost ist gar nicht so schwer. Es ist ein »Hey, wie ist dein Tag heute?«, ein »Ich denke an dich« oder ein »Schau mal, ich habe etwas Lustiges/Schönes gefunden«. Auch das Teilen von schönen Erinnerungen lassen Momente ein Augenzwinkern lang leichter machen. Und das Beste? Es geht ganz schnell und kostet gar nichts. Trost bedarf wirklich nicht immer der großen Worte, er funktioniert im Kleinen, im Normalen und zwar mit jeder Geste, die man jemandem entgegenbringt, den man mag. Und genau das bewirkt unendlich viel.

Eine Krebserkrankung ist und bleibt für jeden belastend, egal ob Betroffene oder Angehörige. Gerade Angehörige sollten hier ganz genau auf die eigenen Ressourcen und Gefühle achten. Und dann auch ehrlich und vor allem zeitnah kommunizieren. Denn Hilfe wird immer gebraucht und oft fällt es Betroffenen schwer, darum zu bitten.

Das macht eine Sache sehr wichtig: Wer Hilfe zusagt, sollte sie auch leisten können. Denn ohne Unterstützung – egal welcher Art – ist eine Krebstherapie kaum zu schaffen.
Da sein, wenn’s schwer wird: Wie Freunde und Familie wirklich unterstützen können
Eine junge Frau im Bademantel, einer Gesichtsmaske und einem Handtuch um ihren Kopf.
Tipp
Alltag
No items found.
Während der Krebstherapie kann sich dein Aussehen verändern – das ist oft ungewohnt. Vielleicht fühlst du dich auch ein wenig fremd im eigenen Körper. Kleine Rituale rund um Hautpflege und Make-up können dir helfen, dir selbst wieder näher zu kommen.

Wie du dir selbst etwas Gutes tun und wieder selbstbewusster in den Spiegel schauen kannst, wissen die ehrenamtlichen Kosmetikexpert:innen von Look Good Feel Better. Im Rahmen des Patientenprogramms der DKMS unterstützen sie Krebspatient:innen dabei, mit den sichtbaren Veränderungen durch die Therapie umzugehen – mit praktischen Tipps zu Hautpflege und Make-up. Hier kommen 8 praktische Tipps – zum Nachmachen und Wohlfühlen:

1. 🧖 Morgenroutine als Basis

Über Nacht sammeln sich Talg, Schweiß und Hautschüppchen auf deiner Haut. Eine sanfte Reinigung am Morgen, zum Beispiel mit einem milden Waschgel oder einer Reinigungsmilch, und anschließender Tagespflege sorgen für ein frisches Hautgefühl – dein perfekter Start in den Tag.

2. ☀️ UV-Schutz ist ein Muss!

Deine Haut ist während der Krebstherapie besonders lichtempfindlich. Verwende einen hohen Lichtschutzfaktor (am besten LSF 50+), wähle sanfte Produkte ohne reizende Stoffe wie Duftstoffe oder Alkohol und creme regelmäßig nach. Auch Kleidung, ein Sonnenhut und Schatten helfen, deine Haut zu schützen.

3. 💆 Kopfhaut verwöhnen

Sanftes Waschen, Massieren und Eincremen tut nicht nur gut, sondern pflegt die empfindliche Kopfhaut und bereitet sie auf das mögliche Nachwachsen der Haare vor.

4. ☺️ Augenbrauen zeichnen

Übung macht die Meisterin: Fange am besten frühzeitig an, deine Augenbrauen nachzuzeichnen – auch wenn sie noch vollständig sind. So lernst du den natürlichen Schwung deiner Brauen kennen. Mit einem weichen Stift und kleinen, feinen Strichen wirkt das Ergebnis besonders natürlich. Und denk daran: Augenbrauen sind Schwestern, keine Zwillinge!

5. 👁️ Wimpern optisch imitieren

Mit einem Kajalstift kannst du Wimpern andeuten: Ziehe eine zarte Linie von der Augenmitte bis zum äußeren Augenwinkel – so nah am Wimpernkranz wie möglich. Entlang des unteren Lids wirken kleine Punkte sehr natürlich. So bekommt dein Blick wieder mehr Ausdruck.

6. 🎨 Lidschatten für strahlende Augen

Wähle einen Lidschatten, der deine Augen betont: Blaue Augen wirken besonders intensiv in Kombination mit Pfirsich- und Goldtönen. Grüne Augen werden mit Komplementärfarben wie Pflaume oder Kupfer noch leuchtender. Durch Petrol, Beerentöne und Gold wirken braune Augen noch tiefer und wärmer.

7. 📍Fokus setzen – ganz nach deinem Gefühl

Du möchtest heute etwas mehr Power von deinem Make-up? Suche dir einen Bereich deines Gesichts aus, den du besonders hervorheben magst. Sind es vielleicht deine Augen, die du betonen möchtest? Trage etwas mehr Lidschatten auf oder wähle einen stärkeren Lidstrich. Lieber nicht so viel Produkt am Auge? Gehe all-in beim Rouge und bringe mehr Frische in dein Gesicht! Oder traue dich mal etwas beim Lippenstift und wähle eine auffällige Farbe. Make-up soll dich nicht verstecken, sondern stärken.

8. 🧴 Produkte: Was wirklich zählt

Deine Haut hat jetzt ganz neue Bedürfnisse. Was früher gut war, passt gerade vielleicht nicht mehr.  Lass dich nicht von Artikeln oder Kommentaren verunsichern. Sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt über Inhaltsstoffe und bring Produkte mit, bei denen du dir unsicher bist. Zusammen findet ihr am besten heraus, welche Wirkstoffe für deine individuelle Therapie geeignet sind.

Du möchtest die Tipps in einem geschützten Rahmen ausprobieren und noch mehr erfahren? Dann melde dich jetzt zu einem kostenfreien »Look Good Feel Better«-Kosmetikseminar an – online oder vor Ort. 💌 Alle Infos und Termine findest du auf: lookgoodfeelbetter.de
Hautpflege & Make-up während der Krebstherapie
Eine Gebärmutter mit einer Lupe.
Info
Zahlen & Fakten
Gebärmutterhalskrebs
Rund 4.400 Frauen erkranken in Deutschland jedes Jahr an Gebärmutterhalskrebs (medizinisch: »Zervixkarzinom«). Damit gehört er zu den häufigeren Krebserkrankungen bei jüngeren Frauen. Neben dem Gebärmutterhals können sich auch Tumoren im Gebärmutterkörper bilden. Dann sprechen Ärzt:innen von einem »Endometriumkarzinom«. Diese Krebsart entsteht anders und hat andere Risikofaktoren.

🧬 Wie entsteht Gebärmutterhalskrebs?

Gebärmutterhalskrebs entsteht, wenn sich Zellen am unteren Teil der Gebärmutter, dem Gebärmutterhals (medizinisch: »Zervix«), krankhaft verändern und unkontrolliert wachsen. Der wichtigste Auslöser ist eine Infektion mit Humanen Papillomaviren (kurz: »HPV«). Diese Viren werden meist beim Geschlechtsverkehr übertragen. Sehr viele Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit HPV – oft ohne es zu merken.

❗️Wichtig: Eine HPV-Infektion allein führt nicht automatisch zu Krebs. In etwa 90 % der Fälle beseitigt das Immunsystem die Viren von selbst. Bleibt die Infektion jedoch über viele Jahre bestehen, können sich die Zellen am Gebärmutterhals verändern. Aus diesen Zellveränderungen kann sich langsam Krebs entwickeln – meist über einen Zeitraum von 7 bis 10 Jahren.

Gegen die häufigsten krebsauslösenden HPV-Typen gibt es eine Schutzimpfung, die für Kinder und Jugendliche empfohlen wird.

🔍 Mögliche Anzeichen

Gebärmutterhalskrebs verursacht lange Zeit keine oder nur sehr unspezifische Beschwerden. Viele Veränderungen bleiben deshalb unbemerkt und werden erst bei einer Vorsorgeuntersuchung entdeckt.

In manchen Fällen können mögliche Symptome auftreten:

  • ungewöhnliche Blutungen, etwa zwischen den Regelblutungen
  • Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr
  • veränderter Ausfluss
  • anhaltende Beschwerden im Unterbauch

Diese Anzeichen haben meist harmlose Ursachen und bedeuten nicht automatisch Krebs. Sie sollten dennoch ärztlich abgeklärt werden – vor allem, wenn sie über längere Zeit bestehen.

🩺 Früherkennung: So wichtig wie wirksam

Ab dem 20. Lebensjahr übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Früherkennungsuntersuchung beim Frauenarzt oder der Frauenärztin. Dazu gehört:

  • der PAP-Test (Zellabstrich vom Gebärmutterhals)
  • ab 35 Jahren ein Kombinationstest (Co-Test) aus PAP-Test und HPV-Test, der in regelmäßigen Abständen durchgeführt wird

Durch diese Untersuchungen können Zellveränderungen früh erkannt werden, noch bevor Krebs entsteht. Das senkt das Erkrankungsrisiko deutlich.

💊 Welche Therapien gibt es?

Welche Behandlung bei Gebärmutterhalskrebs sinnvoll ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen unter anderem das Stadium des Tumors, seine Größe, ob sich Krebszellen bereits im Körper ausgebreitet haben und der allgemeine Gesundheitszustand der Patientin. Wird der Krebs früh erkannt, ist er in den meisten Fällen gut behandelbar. Häufig ist eine Operation ausreichend, bei der das erkrankte Gewebe entfernt wird.

Ist der Tumor bereits weiter fortgeschritten oder größer, werden oft mehrere Behandlungsverfahren kombiniert. Dazu gehören je nach Situation eine Operation, eine Strahlentherapie und eine Chemotherapie. Durch die Kombination der Therapien können die Behandlungsergebnisse verbessert werden.

Dank Vorsorge, moderner Medizin und der HPV-Impfung ist die Zahl der Neuerkrankungen in den letzten Jahren rückläufig. Gebärmutterhalskrebs ist heute oft vermeidbar oder gut heilbar, wenn er früh erkannt wird. Regelmäßige Vorsorge kann Leben retten.

Sei laut!

Lass uns nicht nur über Gebärmutterhalskrebs sprechen, sondern auch denen zuhören, die davon betroffen sind. Lerne Julia (34) und Sabrina (43) kennen – sie teilen ihre ganz persönliche Geschichte.

Krebsmonat Januar: Gebärmutterhalskrebs
zwei Männer mit Schnurrbart sitzen entspannt auf dem Boden, neben ihnen ist eine Pille und ein Bildschirm mit Vitalwerten abgebildet
Info
Alltag
Hodenkrebs
Prostatakrebs
Habt ihr schon mal was vom Movember gehört? Wenn ja, super! Wenn nein, auch nicht schlimm. Wir geben euch einen kurzen Einblick.

💭 Welche Bedeutung hat der Begriff und woher stammt er?

Was auf den ersten Ausblick aussieht wie ein Schreibfehler, ist eine einfache Wortzusammensetzung. Das englische Wort ›moustache‹ (Schnurrbart) und der Monat ›November‹ werden zu ›Movember‹. Seinen Ursprung hat der Aktionsmonat in Australien. Junge Männer beschlossen quasi aus einer Laune heraus, sich für einen wohltätigen Zweck einen Monat lang einen Schnurrbart wachsen zu lassen. 👨🏻 Später schlossen sie sich mit der ›Prostate Cancer Foundation of Australia‹ (PCFA) zusammen und begannen Spenden zu sammeln. Heute ist der Movember eine weltweite Bewegung, die sich mit Männergesundheit befasst.

💭 Um welche Aspekte der Männergesundheit geht es konkret?

Die Kampagne zielt darauf ab, Männer zu ermutigen, offener über Gesundheit zu sprechen, Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen und Hilfe in Anspruch zu nehmen, auch bei mentalen Problemen. Im Bezug auf Krebserkrankungen liegt der Fokus zum einen auf Prostatakrebs, da diese die häufigste Krebsart bei Männern ist. Das Bewusstein für diese Krankheit soll geschärft und die Forschung unterstützt werden. Desweiteren wird auf Hodenkrebs aufmerksam gemacht, der vor allem jüngere Männer betrifft.

💭 Wie läuft ein Aktionsmonat ab?

Einfach mal das Stichwort Movember im Netz in die Suchmaske eingeben und registrieren. Die Regeln sind simpel: Am 1. November müssen sich alle Teilnehmer das Gesicht rasieren und den ganzen Monat einen Schnurrbart wachsen lassen. Wie ihr ihn wachsen lassen könnt, liebe Männer, und wie ihr Spenden generiert, erfahrt ihr auf der Website.

Movember: Schnurrbart als Symbol für Männergesundheit
Eine junge Familie spaziert mit einem Baggy mit Kleinkind.
Info
Kinderwunsch
Alle Krebsarten
Kinderwunsch – ein Thema, über das sich fast alle von uns irgendwann einmal Gedanken machen. Möchte ich Kinder und wenn ja, wie viele eigentlich? Wann ist dann auch noch der für mich ideale Zeitpunkt und stimmen diese Vorstellungen auch mit denen meines Partners: meiner Partnerin überein?

Für Krebspatient:innen handelt es sich beim Thema Kinderwunsch um ein ganz besonders sensibles Thema, das häufig von Unsicherheiten und vielen Fragen begleitet ist.

Im Vorhinein ist es wichtig zu sagen: Wie bei vielen anderen Themen auch, lässt sich auch beim Thema Kinderwunsch keine allgemeingültige Aussage oder Empfehlung treffen. Jede Art von Krebs ist individuell und wird somit auch auf verschiedenen Wegen therapiert. Für eine persönliche Beratung und Nachfragen hilft es immer, sich an die behandelnden Ärzt:innen zu wenden.

🗓️ Der richtige Zeitpunkt

Kurz gesagt: Den einen richtigen Zeitpunkt gibt es, wie so oft im Leben, nicht. Dennoch gilt: Sobald du dich selbst dazu bereit und danach fühlst, ist es an der Zeit, sich über die Familienplanung Gedanken zu machen. Häufig haben Betroffene mit einer Krebsdiagnose in der fruchtbaren Lebensphase das Gefühl, nicht mehr über eine mögliche Familienplanung nachdenken zu dürfen. Viele berichten von Ängsten, das Thema überhaupt zu erwähnen. Dennoch ist und bleibt die Frage rund um einen möglichen Kinderwunsch kein Tabu und sollte offen angesprochen werden. Abhängig von Ihrer Diagnose und der damit verbundenen Therapie können nämlich bereits vor Beginn einer Therapie Eizellen oder Spermien abgegeben und kryokonserviert werden. Häufig ist so eine frühe und rechtzeitige Planung das Wichtigste, um seinen Wünschen Raum geben zu können.

🫖 Abwarten und Tee trinken

Andere Betroffene möchten erst die Therapie abschließen und entscheiden sich dafür, einfach abzuwarten. Denn nicht bei allen jungen Krebspatient:innen geht mit einer Therapie die Fruchtbarkeit zwangsweise vorbei. Viele erleben nach Abschluss ihrer Therapie eine Rückkehr der Periode, dies kann kürzer oder länger dauern.

Mehr Infos zu dem Thema findest du in unserem Artikel »Periode gesucht: So holst du deinen Zyklus zurück«.

🧸 Leben ohne eigene Kinder

Es gibt leider auch Paare, die auch nach langen Jahren voller Versuchen und unzähligen Beratungen in Kinderwunschzentren kinderlos bleiben. In Deutschland betrifft dies etwa jedes zehnte Paar zwischen 25 und 59. Dabei muss nicht zwangsweise eine Erkrankung eines Elternteils vorliegen. Häufig bleiben die Gründe für Kinderlosigkeit ungeklärt. Bei Krebspatient:innen können die Gründe vielfältig sein: von eingreifenden Operationen, medikamentösen Therapien oder dem zeitlichen »Verpassen« der fruchtbaren Jahre.

Eine Adoption bietet für betroffene Paare die Möglichkeit, dennoch eine Familie zu gründen und einem Kind aus tendenziell unsicheren Verhältnissen stabile Beziehungen und elterliche Liebe zu schenken. Auch hier lohnt es sich, sich frühzeitig um nötige Formalitäten zu kümmern, da eine Adoption häufig einen langwierigen Prozess darstellt. Dennoch solltest du nicht vergessen, erst selbst ganz gesund zu werden und dich auch psychisch stabil zu fühlen, bevor du dich um die Adoption eines Kindes bewirbst. Schließlich übernimmst du mit einer Adoption auch die langfristige Verantwortung für ein Kind. Viele Jugendämter sind bei Bewerbungen von Krebspatient:innen auch tendenziell vorsichtiger, damit adoptierte Kinder nicht direkt mit schweren Themen rund um die Gesundheit der Adoptiveltern konfrontiert werden.

💡Info: Die Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs macht sich derzeit für das »Recht auf Vergessenwerden« stark, um die Benachteiligung von Krebspatient:innen insbesondere bei den Themen »Krebs und Armut« sowie »Krebs und Kinderwunsch« zu reduzieren. Die Idee dahinter ist, dass digitale Informationen mit Personenbezug nicht dauerhaft gespeichert werden, sondern nach einer bestimmten Zeit gelöscht werden, besonders in Bezug auf Gesundheitsdaten.

💭 Abschied vom Kinderwunsch

Für einige Betroffene ändert eine Krebserkrankung die Sicht auf einen möglichen Kinderwunsch. Andere schätzen nach dem Ende der Therapie Ihre Freiheit und priorisieren nun andere Lebensziele. Wieder andere müssen sich nach Jahren voller Versuche eingestehen, dass sie selbst keine Kinder mehr bekommen werden.

Der Abschied vom Kinderwunsch kann also selbst gewählt oder durch äußere Umstände bestimmt sein. In jedem Fall kennzeichnet er ein Ende, das emotional sehr prägend sein kann. Daher kann es hilfreich sein, professionelle psychologische Unterstützung zu suchen, um diese Entscheidung zu akzeptieren. Und trotz aller Schwere sollten wir nie vergessen, dass in jedem Ende auch ein neuer Anfang steckt!

Auf der Website FertiOnco findest du verschiedene Optionen über mögliches Vorgehen bei Kinderwunsch als Krebspatient:in. Dabei kannst du selbst entscheiden und abwägen, welche Faktoren für dich wichtig sind.*

* Achtung: FertiOnco ist ein Angebot aus der Schweiz, nicht alle Methoden sind in Deutschland rechtlich erlaubt.

Kinderwunsch nach Krebs
Angepinnter Zettel mit etwas darauf geschrieben
Motivation
Gefühle & Achtsamkeit
Alle Krebsarten
Die Diagnose Krebs bedeutet unweigerlich, einen neuen Weg einschlagen zu müssen und sich umzuorientieren. Aber wohin geht die Reise? Kann man sich da Ziele setzen?

Besonders wichtig ist es dabei, sich zu trauen etwas Neues zu wagen. Im Sinne der Gesundheit kann man schon viel tun, indem man sich einfache Prioritäten setzt. Eine ausgewogene Ernährung und Bewegung in den Alltag einzubauen, sich aber auch Ruhe zu gönnen und die Freizeit zu genießen gehört auch dazu.

Versuche deine Energie nicht an der Vergangenheit zu verschwenden und schöpfe deine Kraft aus dem, was vor dir liegt.

Versuche deine Energie nicht an der Vergangenheit zu verschwenden und schöpfe deine Kraft aus dem, was vor dir liegt. Mach dir gerne eine Liste an Dingen, die du in ein paar Monaten erledigen möchtest.  Mach dir eine zweite etwas vagere Liste, die du mit Zielen für die kommenden zwei Jahren füllst und dann zum Schluss eine sehr offene Liste mit Dingen, die du nach fünf Jahren erreicht haben möchtest. Versuch dich dabei aber nicht zu sehr im Detail zu verlieren und konzentriere dich auf das, was dir wirklich wichtig ist.

Hast du das Gefühl, du weißt nicht, wo die Reise hingehen soll? Du bist dir nicht mehr sicher, was du willst oder kannst den Moment nicht genießen? Dann konzentriere dich am besten auf das Hier und Jetzt. Was ist deine größte Stärke? Welche Personen magst du am liebsten? Wo fühlst du dich wohl? Warum fühlst du dich dort wohl?

Oft kann es helfen, wenn du deine Schwächen anerkennst und dich deinen Ängsten stellst. Was dort besonders gut hilft, sind Sätze oder Bilder, die dich motivieren. Male oder schreibe dir auf ein Blatt Papier, was du gerade brauchst und gestalte es nach deinen Vorlieben. Am Ende hänge es dort hin, wo es dich am besten daran erinnert. Zum Beispiel »You can do it. Don't be shy try!« an deinen Spiegel, deine Tür oder deinen Kühlschrank.

Bei all diesen Sachen lass deiner Kreativität freien Lauf – nichts ist zu viel, alles darf. Du kennst dich am besten und hier bist du immer richtig.

Ziele setzen für nach dem Krebs
Zwei illustrierte Personen sitzen an einem Tisch und spielen ein Brettspiel.
Tipp
Alltag
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Zeit zusammen mit Familie und Freunden zu verbringen, ist in der kalten Weihnachtszeit besonders gemütlich und wohltuend für die Seele. Nachdem alle Gesprächsthemen versiegt, Weihnachtslieder ausgesungen und der Weihnachtspunch leergetrunken ist, ist es Zeit den Spieleabend einzuläuten. Hier ein paar tolle Spiele 🕹️🎯🎲🃏– getestet und für gut empfunden vom Pathly-Team:

Exploding Kitten (z.B. die Ü18-Variante)

Skip-Bo

Phase 10

Kniffel

Escape-Room

Dixit

Mogelmotte

Besserwisser

Codenames

Wizzard

Noch Mal

Viel Spaß, gutes Händchen und viel Glück wünschen dir die Pathlys 💜

Top Spiele für einen gemütlichen Abend
Tipp
Alltag
Alle Krebsarten
Die Diagnose Krebs wirbelt das Leben einmal komplett durcheinander. Plötzlich steht nicht mehr der Alltag im Mittelpunkt, sondern Arzttermine, Therapien und das eigene Wohlbefinden. Was viele nicht wissen: Du musst nicht alles alleine stemmen! Besonders, wenn die Kräfte schwinden, kann eine Haushaltshilfe Gold wert sein.

Was ist eine Haushaltshilfe?

Eine Haushaltshilfe unterstützt dich bei den täglichen Aufgaben, wenn du es selbst nicht mehr schaffst – sei es Putzen, Einkaufen oder Kochen. Sie ist keine Luxusleistung, sondern ein Recht, das dir in dieser Situation zusteht.

Wer zahlt das?

Die gute Nachricht: In vielen Fällen übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Voraussetzung ist, dass du wegen deiner Erkrankung den Haushalt nicht mehr selbst führen kannst und niemand sonst in deinem Haushalt lebt, der oder sie für dich einspringen könnte.

Achtung: Für jede Haushalthilfe fällt eine Zuzahlung von zehn Prozent der Kosten pro Kalendertag an. Das sind mindestens 5, aber maximal 10 Euro am Tag.

Wie beantragst du eine Haushaltshilfe?

  • Krankenkasse kontaktieren: Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten für eine Haushaltshilfe, wenn die Unterstützung medizinisch notwendig ist. Sprich mit deinem Arzt oder deiner Ärztin. Diese:r stellen dir eine Bescheinigung aus, dass du Unterstützung brauchst. Reich die Bescheinigung am besten zeitnah bei deiner Krankenkasse ein.
  • Kinderbetreuung: Gibt es Kinder unter 12 Jahren im Haushalt, springt die Krankenkasse oft ein – selbst wenn ein Elternteil theoretisch helfen könnte.
  • Zeitrahmen: Die Hilfe wird meist für bis zu vier Wochen pro Krankheitsfall genehmigt, bei besonderem Bedarf auch länger.

Unser Tipp

Hab keine Angst davor, Hilfe anzunehmen! Es ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Selbstfürsorge. Nutze die gewonnene Zeit und Energie für das, was dir jetzt wirklich guttut – sei es ein gutes Buch, ein Spaziergang oder einfach mal Durchatmen. Du bist nicht alleine auf diesem Weg. Es gibt Unterstützung – du musst sie nur annehmen. Bleib mutig und denk daran: Dir Hilfe zu holen ist stark!

Haushaltshilfe bei Krebs – Wenn der Alltag zu viel wird
Eine Kartoffel.
Tipp
Ernährung
Alle Krebsarten
Seit deiner Krebstherapie wurde dein Darm ganz schön in Mitleidenschaft gezogen? Du willst deshalb deine Darmgesundheit auf natürlichem Weg unterstützen? Wir haben einen Tipp für dich, den du ganz leicht umsetzen kannst: Iss regelmäßig abgekühlte Kartoffeln.

🥔 Warum müssen Kartoffeln einmal abkühlen

Wenn Kartoffeln kalt werden, entsteht aus der darin enthaltenen Stärke eine andere Form der Stärke – die sogenannte resistente bzw. retrogradierte Stärke. Bei diesem Prozess verändert sich die Struktur der Stärke, sodass sie resistent gegenüber unserem Verdauungsenzym Amylase wird. So gelangt sie unverarbeitet in den Dickdarm, dient dort als Futter für die guten Darmbakterien und das ist optimal für ein gesundes Mikrobiom.

✅ Vorteile für deinen Darm

Im Dickdarm wirkt die resistente Stärke wie ein Ballaststoff: Sie wird von den guten Darmbakterien abgebaut und fermentiert, wodurch kurzkettige Fettsäuren wie Acetat, Propionat und vor allem Butyrat entstehen.

Butyrat hat besonders positive Wirkungen:

wirkt stark entzündungshemmend;

hemmt das Wachstum pathogener Mikroorganismen;

nährt und regeneriert die Darmschleimhaut optimal, sodass die Aufnahme von Bakterien, Antigenen und Toxinen aus dem Darmlumen in die Blutbahn vermindert wird;

stimuliert das darmassoziierte Immunsystem.

🍽️ So kannst du mehr resistente Stärke genießen

Koche Kartoffeln und lass sie abkühlen – für 12 Stunden. Ob du sie danach aufwärmst oder nicht, ist egal, da die Stärke in ihrer Struktur bestehen bleibt. Iss zum Beispiel öfter mal einen Kartoffelsalat mit Joghurtdressing oder Essig und Öl oder mach dir wieder erwärmte Pellkartoffeln mit Quark und frischen Kräutern.

Das nächste Mal, wenn du Kartoffeln kochst, denk dran: Abkühlen lassen lohnt sich. Dein Mikrobiom dankt es dir.
Wieso solltest du öfter abgekühlte Kartoffeln essen?
Eine Schüssel mit Beeren und einer Krebszelle.
Info
Ernährung
Alle Krebsarten
»Du musst viele Himbeeren essen, um den Krebs zu besiegen!« – Wer hat das nicht schon mal gehört? Aber stimmt das wirklich? Schauen wir uns die Beere und Studienlage genauer an.

Himbeeren sind ohne Zweifel ein gesundes Lebensmittel und enthalten wertvolle Nährstoffe wie Ballaststoffe, Vitamin C, Anthocyane, Ellagitannine und Phenolsäuren. Zell- und Tierstudien konnten antioxidative, entzündungshemmende und potenziell krebshemmende Effekte zeigen.

❌ Diese Ergebnisse sind jedoch nicht ohne Weiteres auf den Menschen übertragbar, da unser Stoffwechsel deutlich komplexer ist. Um konkrete Empfehlungen geben zu können, sind daher randomisierte, kontrollierte Studien notwendig.

Das American Institute for Cancer Research (AICR) äußert sich zum Zusammenhang von Himbeeren und Krebs folgendermaßen:

»Himbeeren bieten eindeutige Vorteile für eine gesunde Ernährung, die darauf ausgerichtet ist, das Krebsrisiko zu senken. Ihre einzigartige Kombination aus hohem Ballaststoffgehalt und Ellagitannin-Verbindungen spielt eine wichtige Rolle bei der potenziellen Senkung des Krebsrisikos.

Was bedeutet das für dich?

Himbeeren sind ein gesundes Lebensmittel, was du in normalen Mengen gerne in deine Ernährung integrieren kannst. Aber nicht nur die Himbeere hat mit ihren wertvollen Nährstoffen das Potenzial, deine Gesundheit zu unterstützen, sondern viele Lebensmittel. Es kommt auf die Gesamtheit der Lebensmittel an, die du isst, und nicht nur auf ein einzelnes.

Eine Ernährung, die dein Krebsrisiko senken kann, sollte vor allem reich an pflanzlichen Lebensmitteln wie Gemüse, Obst, Vollkorn, Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen sein.

🥗 Dass Krebszellen keine Himbeeren mögen, ist daher zu kurz gedacht und sollte eher heißen: Krebszellen mögen keine ausgewogene Ernährung, die reich an pflanzlichen Lebensmitteln ist.

Mögen Krebszellen keine Himbeeren?
Eine Illustration einer Lunge in Blau auf gelben Hintergrund.
Info
Alltag
Lungenkrebs
Das Bewusstsein schärfen und Aufklärungsarbeit leisten – vor 13 Jahren haben Betroffene den Welt-Lungenkrebstag ins Leben gerufen. Risiken und Symptome sind zwei von vielen Aspekten, auf die das Augenmerk gelegt wird. Wir geben euch einen groben Überblick.

Neuerkrankungen und Todesfälle:

Dass Aufmerksamkeit notwendig ist, zeigen die Zahlen der Neuerkrankungen. Etwa 56.500 Menschen (rund 22.500 Frauen und 34.000 Männer) in Deutschland erhalten jährlich die Diagnose Lungenkrebs. Bei Männern ist diese Erkrankung zudem die häufigste Krebs-Todesursache (circa 28.000 Verstorbene), bei Frauen mit etwa 17.000 Todesfällen die zweithäufigste.

Ursachen:

Wie bei anderen Krebsarten kann auch Lungenkrebs durch verändertes Erbgut entstehen. Zudem gibt es noch die äußeren Risikofaktoren. Auf dem ersten Platz steht der Tabakkonsum. Je höher die tägliche Dosis der Zigaretten und die Dauer des Rauchens sind, desto höher ist das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken. Auch E-Zigaretten sind nicht unschädlich. Der eingeatmete Dampf enthält laut der Deutschen Krebsgesellschaft krebserzeugende Substanzen. Zu den weiteren Risikofaktoren können Schadstoffbelastungen in der Luft gehören und krebserregende Bestandteile, die am Arbeitsplatz eingeatmet werden. Diese Substanzen fallen beispielsweise in der metallverarbeitenden Industrie oder in der Gummiherstellung an.

Beschwerden:

Symptome sind zu Beginn einer Lungenkrebserkrankung uncharakteristisch, da sie auch bei gutartigen Erkrankungen auftreten. Deshalb ist es wichtig, dass bei Beschwerden frühzeitig ein Arzt aufgesucht wird. Zu diesen gehören unter anderem über Wochen anhaltender Husten, Atemnot, Bronchitis, die sich trotz Antibiotika nicht ändert, Bluthusten, Lähmungen oder starke Schmerzen, Gewichtsverlust und allgemeiner Kräfteverfall. Vor allem Raucher sollten diese Symptome ernst nehmen.

Entstehung:

Verschiedene bösartige Tumore können sich im Lungengewebe bilden. Den Großteil machen die Bronchialkarzinome aus – sie sind der Fachbegriff für Lungenkrebs. Die Karzinome wachsen zuerst in einem Organ oder Gewebe. »Allerdings können sich aber beim Fortschreiten der Erkrankung aus den Tumoren Zellen ablösen, im Körper verbreiten und Metastasen bilden«, schreibt der Deutsche Krebsinformationsdienst.

Diagnose:

Besteht der Verdacht auf Lungenkrebs, so wird mit einer Basisdiagnostik begonnen, die eine Anamnese, Laboruntersuchungen, Röntgen, Computertomographie und Lungenspiegelung (Entnahme von Gewebeproben) umfasst. Das Gewebe wird anschließend pathologisch untersucht. Ist eine Lungenspiegelung nicht möglich, gibt es noch andere Möglichkeiten an das Gewebe zu gelangen.

Zwei Tumorgruppen:

Die Pathologen suchen im Gewebe nach Krebszellen. Handelt es sich um bösartige Tumoren, dann ist die Unterscheidung zwischen zwei Hauptformen wichtig, weil davon die Behandlung abhängig ist. Zu diesen Formen gehören die kleinzelligen und die nicht-kleinzelligen Lungentumore. Letztere haben außerdem noch weitere Untergruppen. Da die Tumore unterschiedliche Strukturen aufweisen können, ist eine eindeutige Zuordnung zu einer bestimmten Untergruppe oft nicht möglich.

Behandlungen:

Ärzt:innen besprechen mit den Betroffenen, welche Therapie die bestmögliche ist. Zu den Behandlungen gehören Operationen, Chemotherapien, zielgerichtete Therapien, Immuntherapien und Bestrahlungen.

Welt-Lungenkrebstag
Ein gefüllter Chemobeutel und eine begonnene Checkliste zusammen mit Blutproben sind zu sehen.
Info
Zahlen & Fakten
Alle Krebsarten
Krebspatient:innen kennen die folgende Situation nur zu gut: Man sitzt in der onkologischen Praxis, in der onkologischen Ambulanz der Klinik oder befindet sich auf Station und wartet auf die Chemotherapie. Habt ihr euch währenddessen schon einmal gefragt, wie die Infusionslösungen hergestellt werden? Hier gibt es die Erklärung, beginnend mit der Erstellung des Therapieplans bis zum Transport der Chemo-Beutel.

Die Verordnung

Sind alle Untersuchungen abgeschlossen, legen die Ärzt:innen die Therapie fest und übermitteln den Medikationsplan an die Apotheken. Kliniken haben ihre eigenen Apotheken im Haus, Praxen arbeiten mit Apotheken zusammen, die geschultes Personal (pharmazeutisch-technische Angestellte) zur Zubereitung von Zytostatika-Infusionen haben. Nach verschiedenen Kontrollen (korrekte Patient:innendaten, passende Wirkstoffe und Dosierungen) erfolgt die Freigabe zur Herstellung.

Ein Aktenrdner mit einem Dokument und Reagenzgläsern.

Die Vorbereitung

Alle benötigten Substanzen und weiteres Equipment werden zusammengestellt, danach desinfiziert und über eine Materialschleuse in einen sterilen Herstellungsraum, den Reinraum, gegeben. Mitarbeiter:innen betreten über eine Personalschleuse das Labor, tragen Handschuhe, spezielle sterile Kleidung und Mundschutz.

Die Herstellung

Die Produktion läuft nach dem Vier-Augen-Prinzip ab: Während ein:e Mitarbeiter:in für die Herstellung zuständig ist, ist eine zweite Fachkraft die ganze Zeit dabei und überprüft die Einhaltung der Vorgaben und protokolliert den Verlauf und das Ergebnis. Eine Chemotherapie ist kein Einheitsbrei: Patient:innen bekommen eine auf sie zugeschnittene Infusion. Die Lösungen werden mit sterilen Spritzen aufgezogen und daraus die Infusionslösungen hergestellt, die in die Beutel eingebracht wird. Anschließend werden diese etikettiert, eingeschweißt und noch einmal mit den übermittelten Daten des Onkologen und dem Herstellungsprotokoll verglichen. Danach kommen die fertigen Infusionsbeutel in Transportboxen.

Der Transport

Je nach Klinik gibt es unterschiedliche Transportwege. Manche bemühen noch die gute, alte Rohrpost, andere haben speziell geschulte Fahrer, die die Infusionsbeutel abholen und den Ambulanzen und Stationen zustellen. Dort überprüft das Personal die Lieferung und lagert sie, sollte sie nicht sofort verabreicht werden können.

Ihr seht: Die Herstellung erfordert ein hohes Maß an Konzentration von allen Mitarbeitenden. Und je nach Zusammensetzung ist der Zeitaufwand sehr hoch, denn manche Zytostatika liegen noch in konzentrierter Form vor und müssen vor der Verarbeitung erst gelöst werden. Dann gilt für euch die Redewendung: Abwarten und Tee trinken.

Chemotherapie ist kein Einheitsbrei
Eine junge Frau überprüft eine Checkliste für ein Arztgespräch.
Checkliste
Dokumente & Soziales
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Das Arztgespräch. Manchmal versteht man nur Bahnhof, oft vergisst man, was alles besprochen wurde und nicht selten verlässt man das Gespräch überfordert, verloren und eingeschüchtert. Damit dies bei deiner nächsten Besprechung mit deinem Ärzt:innen-Team nicht passiert, haben wir für dich neun Tipps zusammengestellt:

1. Fragenkatalog:

Komme stets vorbereitet. Habe deine Fragen griffbereit (aufgeschrieben im Notizbuch oder im Handy), denn in der Aufregung vergisst du sie eventuell und ärgerst dich im Nachhinein.

2. Notizen:

Mache dir während des Gesprächs Notizen. Nein, das ist nicht unhöflich. Wenn es dir unangenehm ist, sage einfach, warum du es tust.

3. Vier-Ohren-Prinzip:

Bringe jemanden mit oder frage nach, ob du eine Vertrauensperson am Telefon dabei haben kannst (vier Ohren hören mehr als zwei).

4. Frage nach!

Wenn du etwas nicht verstehst, frage stets nach. Tipp: Bitte deine:n Gesprächspartner:in darum, dir die Sachlage so erklären, als würden sie es einer 90-jährigen Oma und/oder einem Kind erklären.

5. Geheimtipp:

Frage deine:n Ärzt:in, ob er oder sie die Behandlung auch ihrer Tochter/Onkel/Oma empfehlen würde.

6. Rechte:

Du darfst stets eine Zweitmeinung einholen.

7. Fühlen erlaubt:

Du darfst emotional werden. Wenn du dich überfordert fühlst. Bitte ggf. darum, kurz innezuhalten bevor es weitergeht.

8. Fahrplan:

Frage immer wie es weitergeht und wie die weiteren Behandlungsschritte aussehen, z.B. weitere Check-Ups, Behandlungsreihenfolgen und was dich dann jeweils erwartet.

9. In deinen Worten:

Wiederhole zusammenfassend, was du gehört hast, um sicherzugehen, dass du alles verstanden hast.

Checkliste für dein Arztgespräch
Das Pathly-Kätzchen beim Fallschirmspringen.
Motivation
Gefühle & Achtsamkeit
Alle Krebsarten
Was bedeutet »Mut«? Ist Mut überhaupt ein Gefühl und wann sind wir mutig? Obwohl wir oft sagen »ich fühle mich mutig«, ist Mut eher eine Fähigkeit als ein Gefühl. Aber sie ist stark mit einer Grundemotion verbunden, die wir alle kennen – der Angst. Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern begleitet uns, wenn wir uns mit unseren Ängsten konfrontiert sehen oder versuchen, sie zu überwinden.

Bist du oder ein geliebter Mensch an Krebs erkrankt, werden wir mit einer der größten Ängste konfrontiert, die es gibt – unserer Vergänglichkeit. Wie mit vielen Dingen, die uns Angst machen, versuchen wir nicht allzu oft oder gar nicht darüber nachzudenken. Wer denkt schon gerne über den Tod nach? Doch eine Erkrankung rückt viele wichtige Fragen in den Vordergrund:

  • Werde ich oder Menschen, die mir nahestehen, daran sterben?
  • Glaube ich an ein Leben nach dem Tod? Glaube ich überhaupt an einen höheren Sinn?
  • Was passiert, wenn ich sterbe? Wird es schmerzvoll sein oder ist es wie Einschlafen?
  • Habe ich mein bisheriges Leben so gelebt, wie ich es mir immer gewünscht habe? Wenn nicht, warum eigentlich nicht?
  • Gibt es etwas, was ich schon immer tun wollte? Warum habe ich es bisher noch nicht getan?

Mut bedeutet, sich seinen Ängsten zu stellen. Mutig ist es, sich mit diesen wichtigen Fragen auseinandersetzen – ob mit oder ohne Krankheit. Dabei muss Mut nicht immer eine große Geste beinhalten. Auch kleine Handlungen können mutig sein: um Hilfe bitten,  »Nein« sagen oder einen kleinen Baby-Schritt aus der Komfortzone wagen. 💪🏋️

Was bedeutet Mut? Ist Mut überhaupt ein Gefühl und wann sind wir mutig?
Wir sollten viel öfter einen Mutausbruch haben!
Ein Teller mit Lachs und einer Zitrone. Daneben ist eine rosa Krebsschleife zu sehen.
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Ernährung
Brustkrebs
🤯 Seit deiner Brustkrebsdiagnose bist du total verunsichert, was du essen darfst? Du möchtest mit deiner Ernährung alles richtig machen, aber weißt gar nicht, wo du anfangen sollst? Wir geben dir Empfehlungen, was du beachten solltest.

Es gibt kein Lebensmittel, das Brustkrebs heilt, aber du kannst in jeder Phase der Therapie deinen Körper mit der richtigen Ernährung unterstützen und deine Prognose verbessern.

Iss angepasst an die Nebenwirkungen deiner Therapie.

Dein Essen schmeckt nur noch fad? Dann kannst du frische Kräuter und Gewürze einsetzen, um den Geschmack zu intensivieren. Schon der Geruch deiner Lieblingsspeise bringt dich dazu, die Küche zu verlassen? Dann iss Lebensmittel, die wenig Eigengeruch haben wie Nudeln, Reis oder ein Brot mit körnigem Frischkäse. Dir ist durch die Chemo übel? Dann kann dir ein Ingwertee Linderung schaffen. Wichtig ist, dass du deinen Körper weiterhin mit allen Nährstoffen gut versorgst.

Eine Teetasse neben der eine Ingwerknolle und Kräuter liegen.

Du leidest nicht unter Therapie-Nebenwirkungen und kannst alles essen?

In diesem Fall ist eine ausgewogene pflanzliche Ernährung, die mit tierischen Produkten ergänzt wird, für deine Gesundheit empfehlenswert. Iss täglich Gemüse und Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen und ergänze deine Mahlzeiten mit Fisch, Fleisch, Milchprodukten und Eiern.

Dein Gewicht nimmt seit deiner Therapie immer mehr zu?

Versuche langsam an Gewicht abzunehmen, wenn du übergewichtig oder adipös bist. Übergewicht kann deine Prognose verschlechtern und das Risiko für Rezidive erhöhen.

Darfst du während einer Feier auch mal ein Glas Sekt trinken?

Alkohol ist grundsätzlich nicht empfehlenswert und stellt immer einen risikoerhöhenden Faktor dar. Außerdem wird durch Alkohol die Östrogenproduktion im Körper angeregt, was bei einer Antihormontherapie nicht gewollt ist. Es gibt mittlerweile aber auch schon superleckere alkoholfreie Alternativen, die dich zu festlichen Anlässen gerne anstoßen lassen.

Ernährung bei hormonabhängigem Brustkrebs
Eine Frau balanciert zwei volle Teller in ihren Händen. Um sie herum schweben süße Kleinigkeiten.
Tipp
Ernährung
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Stellst du dir vielleicht die Frage, ob du auch an Weihnachten besonders ausgewogen essen musst? Oder zögerst beim erneuten Zugreifen der leckeren Plätzchen?
Kurz und knapp gesagt: Nein. Du musst an Weihnachten NICHT besonders ausgewogen essen!

❗️Natürlich ist es wichtig, dass du dich während und nach deiner Krebserkrankung gesund und ausgewogen ernährst, beziehungsweise angepasst an deine individuellen Beschwerden isst und deinen Körper somit stärkst.

🧁 ABER: Du möchtest aber an Weihnachten auch mal schlemmen und dir ein deftiges Essen oder die leckeren selbst gebackenen Plätzchen gönnen?

😋 Dann greif zu und lass es dir schmecken! Ein einzelnes deftiges Gericht oder die Süßigkeit an Weihnachten darfst du guten Gewissens essen und solltest das auch ganz bewusst genießen. Beides steht einer sonst ausgewogenen Ernährung nicht im Weg und sollte dich nicht davon abhalten, die Festtage in vollen Zügen zu genießen!

Musst du auch an Weihnachten besonders ausgewogen essen?
Ein Adventskranz auf grünem Hintergrund.
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So langsam gehts wieder los: Lichterketten werden ausgepackt, der Duft von frisch gebackenen Plätzchen zieht durch die Räume und sogar die ersten Weihnachtsmärkte öffnen schon ihre Tore.

Wir verraten Dir ein paar Tipps, wie auch du dich auf die (Vor-) Weihnachtszeit einstimmen kannst:

1

Gemeinsame Zeit: Verbringe Zeit mit den Menschen, die dir wichtig sind. Gemeinsamkeit und Liebe sind oft die besten Geschenke.

2

Kleine Freuden: Schaffe kleine Momente der Freude, sei es durch das Hören von Lieblingsmusik, das Lesen eines Buches oder das Kochen Deines Lieblingsesse

3

Dekoration: Gestalte dein Umfeld festlich. Ein geschmückter Raum und das Licht von Kerzen kann die Stimmung positiv beeinflussen und ein Gefühl von Festlichkeit vermitteln.

4

Hilfe annehmen: Scheue dich nicht davor, Hilfe und Unterstützung anzunehmen, wenn es Dir nicht gut geht. Freunde, Familie und Unterstützungsnetzwerke können viel Rückhalt bieten.

5

Selbstfürsorge: Achte auf dein eigenes Wohlbefinden. In der Hektik vergessen wir oft, uns selbst Gutes zu tun.

🌟❤️ Bist du schon in Weihnachtsstimmung? 🎄
Eine Frau mit kurzen, silbernen Haaren sitzt mit verschränkten Armen auf einer Bank und lächelt in die Kamera. Sie trägt einen blau gemusterten Blazer.
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Am 24. Februar haben wir auf dem Krebsaktionstag in Berlin Prof. Dr. Jutta Hübner kennengelernt. Als ausgebildete Ärztin und Professorin für Integrative Onkologie am Universitätsklinikum Jena hat sie beruflich viel mit Krebspatienten zu tun. Wir freuen uns, dass wir sie für ein Interview gewinnen konnten, in dem sie uns einen Einblick in ihre Arbeit gibt.

Frau Hübner, Sie forschen bereits seit vielen Jahren zu krebsbezogenen Themen. Was macht den Schwerpunkt Ihrer Forschungen aus und wie genau gestaltet sich diese Arbeit?

Prof. Dr. Hübner: »Mein inhaltlicher Schwerpunkt ist der weite Bereich Integrative Onkologie, also Komplementärmedizin, Ernährung und Bewegung. In diesem Feld schauen wir uns an, was Patienten sich wünschen, was für Fragen auftreten und wie sie sich informieren. Wir gucken uns das auch auf der Seite der Ärzte und Pflegekräfte an. Wir schauen, was es für wissenschaftliche Nachweise gibt, wir analysieren also Studien kritisch und machen systematische Übersichtsarbeiten. Zunehmend forschen wir im Bereich Arzt-Patienten-Kommunikation. Dadurch wollen wir uns einen Überblick verschaffen, warum es für beide Seiten teilweise so schwierig geworden ist, gut zueinander zu finden. Und vor allem, um zu klären: Was können wir tun, um das zu verbessern?«

Welche Erkenntnisse haben Sie im Rahmen Ihrer Forschungen bereits erzielt? Und welche Fragen sind vielleicht auch unbeantwortet geblieben?

Prof. Dr. Hübner:  »Wenn wir uns zunächst den Bereich Integrative Onkologie anschauen, gibt es sehr viel Forschung zum Thema Sport. Sport ist eindeutig gesund für Patienten mit einer Krebserkrankung. Das muss nicht der klassische Sport sein, sondern nennen wir es besser Bewegung oder körperliche Aktivität. Dazu gehört auch, den eigenen Garten umzugraben oder das Blumenbeet zu pflegen. Körperliche Betätigung ist für jeden Patienten empfehlenswert, sollte aber immer an die individuelle Leistungsfähigkeit angepasst sein.

Zur Ernährung gibt es ebenfalls sehr viel Forschung. Dies ist aber schwieriger, weil es nicht so gut messbar ist. Sie können dem Menschen ja nicht den ganzen Tag hinterherlaufen, um zu gucken, was genau er macht. Und eigentlich wissen wir bereits ganz genau, worauf es ankommt, nämlich eine ausgewogene Ernährung. Diese ganzen Nahrungsergänzungsmittel braucht man dann mit wenigen Ausnahmen auch nicht. Hier sind wir mehr an Motivationsfragen interessiert: Was lesen Patienten, was für Informationen finden sie, wie gut fühlen sie sich informiert und was kann man tun, um Informationen zu verbessern? Aktuell muss man sagen, dass sehr viele Informationen über Ernährung – wissenschaftlich betrachtet – falsch sind. Fehlinformationen, gerade beim Thema Ernährung, können extrem gefährlich sein und zu einer Mangelernährung führen. Uns interessiert also sehr, was wir tun können, um die Qualität der Informationen zu verbessern und den Patienten zu schützen, auf falsche Informationen hereinzufallen. Denn für den Laien ist es oft sehr schwierig, den Unterschied zu erkennen.

Im Kerngebiet der Komplementärmedizin betreiben wir keine eigenständige klinische Forschung, schauen uns jedoch die Qualität anderer Veröffentlichungen sehr genau an. Leider ist das, was man generell so findet, also im Internet, Büchern, Broschüren und selbst in Fernsehsendungen, häufig von sehr schwacher bis falscher Qualität und Aussagekraft. Da müssen wir uns also auch wieder anschauen, was getan werden kann, um das zu verbessern. Wir wissen bereits, dass es vor allem darauf ankommt, Zusammenhänge laienverständlich gut zu erklären. Man kann Laien und Patienten sehr wohl Wissenschaft vermitteln, aber man muss es eben auch so machen, dass jeder ohne Fachbegriffkenntnis oder Grundlagenwissen es gut verstehen kann.«

Alternative Medizin und Komplementärmedizin werden oft verwechselt. Worin genau liegt der Unterschied zwischen diesen Begriffen?

Prof. Dr. Hübner: »Der Unterschied ist, dass alternative Medizin, wie es der Name schon sagt, ›anstelle von‹ beispielsweise einer Chemotherapie gegeben wird. Das ist Scharlatanerie und muss auch ganz klar so benannt werden. Sehr viel häufiger ist es jedoch in Deutschland so, dass der Patient sicherheitshalber ›zusätzlich‹ etwas macht, was nicht gut auf die eigentliche Therapie abgestimmt ist. So können Wechselwirkungen auftreten, was dazu führt, dass die Therapie schlechter wirkt. Oder die Zusätze lösen eigenständig einen Schaden aus. Ich bin durchaus ein Anhänger von Heilpflanzen, aber man muss auch wissen, dass einige im Einzelfall giftig wirken können. Vor allem bei aus dem Ausland importierten Präparaten gibt es Beimengungen von beispielsweise Schwermetallen oder Pestiziden. Das ist für mich auch alternative Medizin, weil es einfach schlechte Medizin ist.«

Sie würden also dazu raten, die Einnahme zusätzlicher Mittel vorher stets mit den behandelnden Ärzten abzusprechen?

Prof. Dr. Hübner: »Auf jeden Fall sollte man seine Ärzte informieren. Das ist nicht immer leicht, weil viele Ärzte mit einer Abwehrhaltung reagieren. Dann hat der Patient das Gefühl, nicht verstanden zu werden, und dann erzählt er es auch nicht. Man sollte es jedoch auf jeden Fall zumindest notieren lassen, damit Ärzte im Zweifelsfall dran denken. Ein Beispiel: Wenn die Leberwerte ansteigen, kann es entweder an der Chemotherapie liegen oder an dem, was der Patient noch zusätzlich macht. Mögliche Wechselwirkungen können allerdings nicht nur von Ärzten, sondern auch vom Apotheker gecheckt werden. Wenn man also das Gefühl hat, dass der Arzt nicht genug Zeit hat, dann kann man auch mit dem Arztbrief in eine Apotheke gehen und sich beraten lassen. Dabei müssen jedoch auch unbedingt an alle anderen Medikamente gedacht werden, Stichwort Diabetes oder Bluthochdruck.«

Die Wissenschaft, aber auch unsere Gesellschaft hat sich im Laufe der Jahre stark gewandelt. Haben Sie im Umgang mit der Thematik Krebs ebenfalls Veränderungen beobachten können?

Prof. Dr. Hübner: »Es ist grandios, wie sich das Thema Onkologie in den letzten Jahren verändert hat. Es ist immer noch ein bisschen ein Tabuthema. Nicht, dass man nicht darüber reden kann, dies haben ja auch viele promiente Menschen teilweise ganz bewusst getan. Aber es ist immer noch so, dass wenn das Wort Krebs fällt, im Kopfkino der Tod aktiv da ist. Und das ist ein Thema, was die meisten Menschen versuchen zu vermeiden. Krebs ist nicht mehr ein klassisches Tabuthema, aber es ist ein Vermeidungsthema. Da sind wir also nur ein Stückchen weitergekommen. Therapeutisch und auch bezüglich der Nebenwirkungen sind wir unheimlich viel weitergekommen. Die Kultur mit dem Umgang mit dem Fortschritt haben wir hingegen nicht ganz so schnell entwickelt. Wir wissen beispielsweise, dass es für eine bestimmte Krebssituation unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten gibt. Eine oder zwei davon halten wir Ärzte dann für die beste, weil sie die längste Überlebenszeit garantiert. Das ist aber nicht für jeden Patienten der entscheidende Punkt. Einige wollen bestimmte Nebenwirkungen partout nicht ertragen und sehen diese sogar als Ausschlusskriterium. Bezüglich einer ausführlichen Besprechung mit Patienten und dieser Kultur einer gemeinsamen Entscheidungsfindung habe ich inzwischen den Eindruck, dass wir da früher schonmal weiter waren, als wir es jetzt sind. So wird dem Patienten häufig nicht gesagt, dass es womöglich noch andere Handlungsmöglichkeiten gibt. Es wird auch nicht gefragt, welche Wertevorstellungen die betroffene Person hat, wonach sich die Therapiewahl dann richten könnte.«

Haben Sie eine Vermutung, woran das liegt?

Prof. Dr. Hübner: »Ja, da gibt es zwei Gründe. Grund Nummer eins ist der Zeitfaktor. Solch ein Gespräch ist nicht in fünf oder zehn Minuten machbar. Und jeder, der etwas anderes behauptet, hat es noch nie versucht. Der zweite Punkt ist, dass es inzwischen etliche Leitlinien und Zertifizierungen gibt. Solche Strukturen haben viele Vorteile. So kann sich der Patient bei einer zertifizierten Einrichtung sicher sein, dass er keinen Blödsinn angeboten bekommt. Das hat aber auch zur Folge, dass hinter einer Therapieempfehlung nicht mehr nur ein einzelner Arzt steht, welcher mit dem Patienten auch über andere Therapiemöglichkeiten nachdenken könnte. Stattdessen wird die Therapie einer Leitlinie entnommen oder bei einer Tumorkonferenz beschlossen. Und so ein Tumorkonferenzbeschluss wird wie ein Urteil gefällt. Dem Patienten wird dann gesagt: ›DAS müssen sie machen‹. Aus meiner Sicht ein Problem.«

Die fehlende Zeit der Ärzte für ein ausführliches Gespräch ist wahrscheinlich einer der Hauptgründe, weshalb Patienten bei der Krankheitsbekämpfung (zusätzlich zur leitlinienkonformen Therapie) aktiv werden und dazu regelmäßig auf das Internet als Ratgeber zurückgreifen. Welche Empfehlungen können Sie für eine selbstständige Recherche geben und welche Risiken gilt es zu beachten?

Prof. Dr. Hübner: »Aus der Forschung ist bekannt, dass der Deutsche im Erkennen von guter Information nicht gut ist, und dass er das auch weiß. Das heißt, man geht schon mit einer gewissen Unsicherheit da ran. Laien können Informationen im medizinischen Bereich auch nur schlecht bewerten, weil sie sich einfach nicht genug auskennen. Hier gibt es verschiedene Ansätze. Es gab mal HONcode, das war eine Zertifizierung von Webseiten. Außerdem gibt es kleine Checklisten, woran man gute Informationen und Webseiten erkennen kann. Das Durcharbeiten dauert dann aber auch mal zehn Minuten. Die Forschung zeigt, dass man, selbst wenn man die Webseite im Ergebnis für schlecht hält, davon beeinflusst wird. Sie merken sich die Infos nämlich trotzdem. Deswegen glaube ich, dass wir die Ärzte dahingehend nicht entlasten können. Die Arzt-Patienten-Kommunikation muss so gut sein, dass sich der Patient bloß noch ›zusätzlich‹ informiert. Man kann Patienten auch darauf schulen, dass sie eindeutige Merkmale für Unseriösität besser erkennen.«

Wäre eine Handlungsempfehlung, dass der Patient nicht allein das Internet durchforstet, sondern bestenfalls gemeinsam mit einer anderen Person?

Prof. Dr. Hübner: »Das ist eine sehr gute Idee. Da muss man sich aber vorher gut überlegen, wer das sein soll. Am besten jemand, der etwas Abstand zu dem Thema hat. Wenn ich zum Beispiel einen Familienangehörigen nehme, der genauso aufgeregt an die Sache herangeht wie ich, kann sich das schnell aufschaukeln. Selbsthilfegruppen oder psychosoziale Beratungsstellen können jedoch sehr hilfreich sein.«

(Angebliche) Erfolge bei der Krebsforschung werden immer wieder in den Medien thematisiert. Und natürlich interessiert uns ›Krebscommunity‹ dieses Thema ganz besonders. Wie lautet Ihre persönliche Prognose, welche Fortschritte im Bereich der Krebsprävention und -behandlung erwartet werden können?

Prof. Dr. Hübner: »Bezüglich der Prävention wissen wir, was wir tun müssen uns möglichst gesund verhalten. Dazu gehört der Sport, eine ausgewogene Ernährung, das Vermeiden von Rauchen und anderen giftigen Stoffen zu welchen auch Cannabis zählt und wenig Alkohol. Im Bereich der Therapie ist der Traum von allen Ärzten und Forschern, dass wir Medikamente finden, die wirklich nur die Krebszellen angreifen und nicht mehr die gesunden. Da bin ich ehrlich gesagt etwas skeptisch. Im Prinzip entstehen Krebszellen aus körpereigenen gesunden Zellen, und der Unterschied dazwischen ist nicht zu groß. Aber vielleicht gelingt es uns irgendwann, ihn doch zu erkennen und die Medikamente anzupassen. Bei der Krebsprävention weiß ich nicht, inwieweit es so gut ist, wenn man einem Baby zukünftig schon vorhersagen kann, in welchem Alter es an welcher Krebsart erkranken wird. Ob wir wirklich alles im Detail wissen wollen, das ist eine ethische Frage und keine medizinische. Hier würde ich mir einen intensiveren gesellschaftlichen Diskurs wünschen.«

Ein letzter Ratschlag oder Botschaft für Krebsbetroffene?

Versuchen Sie es zu schaffen, dass der Krebs nicht Ihr Leben komplett bestimmt, sondern SIE bestimmen Ihr Leben.

Komplementärmedizin, Ernährung und Bewegung – Ein Gespräch mit Prof. Dr. Jutta Hübner
Ein Arm ausgestreckt nach der Blutspende mit einem Pflaster, daneben eine Blutkonserve.
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Wusstet ihr, dass nur rund drei Prozent der deutschen Bevölkerung Blutspender:innen sind, aber täglich circa 15.000 Blutkonserven in unserem Land benötigt werden? Die meisten davon, nämlich rund 19 Prozent, werden in der Onkologie eingesetzt. Blut ist also eine lebenswichtige Ressource, die außerdem nicht künstlich hergestellt werden kann. Hier gibt es ein paar Fakten zum Thema Blutspende und Krebs.

🎗️ Welche Krebspatient:innen sind besonders auf Blutpräparate angewiesen?

Im Grunde sind Bluttransfusionen für viele Erkrankte wichtig, da sie helfen, die Nebenwirkungen der Krankheit und der Behandlung zu bewältigen und die Lebensqualität zu verbessern. Leukämie-Patient:innen benötigen Blutspenden, da die Produktion gesunder Blutzellen beeinträchtigt ist. Auch Lymphome und Myelome können die Blutbildung im Knochenmark erschweren, weshalb es einen Bedarf an Transfusionen gibt. Patient:innen, die eine Knochenmark- oder Stammzelltransplantation bekommen, brauchen häufig während der Transplantationsphase und der Erholungszeit Blutkonserven, da ihr Knochenmark vorläufig nicht in der Lage ist, ausreichend Blutzellen zu produzieren.

🩸 Dürfen Krebspatient:innen Blut spenden?

Das Paul-Ehrlich-Institut und die Hämotherapie-Richtlinien der Bundesärztekammer schreiben vor, dass Krebspatient:innen selbst nach einer »überstandenen Erkrankung als Blutspender:innen dauerhaft auszuschließen sind«. Sie betonen, dass es sich um eine Vorsichtsmaßnahme handelt, da ein gewisses Risiko besteht, dass die »Krebserkrankung erneut auftritt und sich dann Krebszellen im Spenderblut befinden«. Abgesehen davon, darf nach einer Chemotherapie grundsätzlich kein Blut gespendet werden.

❗️ Übrigens: Die Spenden sind gerade in den Sommermonaten Mangelware. Viele Menschen befinden sich im Urlaub, andere trauen sich aufgrund höherer Temperaturen nicht, den Gang zur Blutspende anzutreten. Je nach Bundesland wird die Lage durchaus als kritisch eingestuft und Kliniken müssen mit den Blutpräparaten gut haushalten. Im Winter kann es auch zu Engpässen kommen, vor allem wenn es überdurchschnittlich heftige Erkältungswellen gibt.

💜 Wer von euch also zu potenziellen Spender:innen gehört: Ihr schenkt mit euren Spenden Hoffnung für viele Krebspatient:innen und andere, die so dringend auf Blutkonserven angewiesen sind. Und an alle die, die bereits regelmäßig ihr Blut beisteuern, sei gesagt: Ganz herzlichen Dank!

Lebenselixier Blut: Jede Spende kann Hoffnung schenken

Leider konnten wirkeinen passenden Wegweiser finden.

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Illustration, in der eine Hand zu sehen ist, die ein Smartphone in der Hand hält. Dadrüber ist ein Vergrößerungsglas, das über dem Smartphone schwebt.
Illustration eines Smartphones, aus dem eine Person heraus kommt und winkt.

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